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Japan gedenkt der Opfer vom 11. März

Mit Schweigeminuten und Gedenkveranstaltungen im ganzen Land erinnerte Japan an die Tsunamikatastrophe. Im AKW Fukushima I soll heute radioaktiv verseuchtes Wasser abgepumpt werden.

Die Reaktoren liegen grösstenteils noch offen: Mike Weightman der Untersuchungsleiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)  im AKW-Fukushima. (27. Mai 2011)
Die Reaktoren liegen grösstenteils noch offen: Mike Weightman der Untersuchungsleiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im AKW-Fukushima. (27. Mai 2011)
Keystone
Arbeit unter Hochdruck: Arbeiter im Reaktor 1. (10. Mai 2011)
Arbeit unter Hochdruck: Arbeiter im Reaktor 1. (10. Mai 2011)
Keystone
Neue Schreckensmeldung: Das Wasser vor dem Kraftwerk ist noch stärker radioaktiv verseucht. ( 8. April 2011)
Neue Schreckensmeldung: Das Wasser vor dem Kraftwerk ist noch stärker radioaktiv verseucht. ( 8. April 2011)
Reuters
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Mit einer Schweigeminute hat Japan der Opfer der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe vom 11. März gedacht. Einen Monat nach der Naturkatastrophe hielten am Montag unter anderem Rettungskräfte und Überlebende im Nordosten des Landes eine Minute inne. Um 14.46 Uhr Ortszeit (7.46 Uhr MESZ), dem Zeitpunkt, als am 11. März das Erdbeben der Stärke 9,0 die Region erschütterte, ertönten landesweit die Sirenen.

In der zerstörten Stadt Kesennuma unterbrachen Soldaten ihre Suche nach in den Trümmern verschütteten Opfern, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Soldaten legten ihre Arbeitsgeräte nieder und nahmen ihre Helme, Handschuhe und Schutzmasken ab, um der Toten zu gedenken. Seit der Katastrophe gelten fast 28'000 Menschen als tot oder vermisst.

«Ich möchte jedem Land aus tiefstem Herzen danken»

Japans Regierungschef Naoto Kan bedankte sich für die internationale Unterstützung nach der Naturkatastrophe. Menschen aus aller Welt hätten den Japanern Hoffnung gebracht und Mut gemacht. «Ich möchte jedem Land, jeder Organisation und Ihnen persönlich aus tiefstem Herzen danken.»

Nach dem Beben und dem Tsunami habe es in der betroffenen Region weder Essen, noch Wasser, noch Strom gegeben. In dieser Zeit der «Verzweiflung» hätten Menschen aus aller Welt geholfen. Dies schrieb Kan in einem mit dem Titel «Vielen Dank für die Bande der Freundschaft» überschriebenen Brief, der in grossen ausländischen Tageszeitungen veröffentlicht wurde.

Auffangbehälter werden überprüft

Im zerstörten AKW Fukushima I setzten Arbeiter am frühen Morgen (Ortszeit) die Vorbereitungen zum Abpumpen radioaktiv verseuchten Wassers fort. Zunächst sollten Auffangbehälter überprüft werden, aus denen in den vergangenen Tagen relativ schwach verstrahltes Wasser ins Meer abgeleitet wurde. Die Arbeiter wollten sicherstellen, dass sich dort keine Überreste mehr befinden, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press.

Mit Hilfe von Schläuchen und Pumpen will der Betreiber Tepco so schnell wie möglich Millionen Liter radioaktive Brühe aus der Anlage pumpen und in eine Entsorgungsanlage bringen. Japans Wirtschafts- und Industrieminister Banri Kaieda sagte nach einem Besuch in dem Krisen-AKW, dies müsse möglichst schnell geschehen.

Verstrahltes Wasser erschwert die Arbeiten

Laut Medienberichten dürfte es aber noch dauern, bis mit dem Abpumpen begonnen werde kann. Nach dem Beben und dem Tsunami, der das AKW am 11. März stark beschädigt hatte, war die Stromversorgung ausgefallen. Das Kühlsystem versagte, seitdem wird dafür Wasser in die Anlage geleitet.

Das nun verstrahlte Wasser erschwert jedoch die Bemühungen, die Anlage zu stabilisieren. Das Erdbeben der Stärke 9,0 und der anschliessende Tsunami verwüsteten Städte und Dörfer entlang eines Hunderte Kilometer langen Küstenstreifens. Die Regierung schätzt die Kosten der Katastrophe auf bis zu 310 Milliarden Dollar.

dapd/pbe

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