Japan fährt weiteres AKW herunter

Im AKW Tsuruga gab es Probleme mit den Brennstäben. Die Betreiber haben nun reagiert. Ausserdem sind in Fukushima die Reparaturarbeiten in eine entscheidende Phase getreten.

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Im Atomkraftwerk Tsuruga Zwei an der Westküste Japans wird der Betreiber Japco nach mutmasslichen Problemen mit Brennstäben den Meiler herunterfahren. «Es gibt keine Auswirkungen auf die Umwelt», erklärte ein Mitarbeiter der japanischen Atomsicherheitsbehörde NISA dem Sender MBS News in Osaka. Jeder der insgesamt 193 Brennstäbe soll demnach auf Löcher und andere Schäden untersucht und wenn nötig ausgestauscht werden.

Am Montag hatten Substanzen im Kühlwasser des Reaktors auf defekte Brennelemente hingewiesen. Das AKW liegt ausserhalb der Erdbeben-Katastrophenzone.

Reparatur an Kühlystemen beginnt

Knapp acht Wochen nach Beginn der Atomkatastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima haben die Vorarbeiten für die Reparatur der Kühlsysteme begonnen. An den Turbinengebäuden werden spezielle Zelte errichtet, um Arbeitern den Zugang zu ermöglichen.

Zudem solle in den kommenden Tagen die Radioaktivität in der Luft von Reaktorblock 1 durch Ventilatoren und Filter auf ein Zwanzigstel des jetzigen Wertes gesenkt werden. Dies sollte längere Arbeitszeiten in der Atomruine ermöglichen, wie ein Sprecher des Betreibers Tepco am Dienstag erklärte.

Suche in der Sperrzone

Unterdessen rückten japanische Soldaten bei der Suche nach Vermissten erstmals in die Zehn-Kilometer-Zone um das Atomkraftwerk vor. Bislang wurden 14'700 Tote des Erdbebens und des nachfolgenden Tsunamis registriert. 11'000 Menschen werden vermisst. Das Atomkraftwerk Fukushima an der japanischen Ostküste war am 11. März durch das Erdbeben und den nachfolgenden Tsunami schwer beschädigt worden. Aus der Anlage tritt seither Radioaktivität aus.

Experten kämpfen darum, die vier beschädigten Reaktoren und deren Abklingbecken zu kühlen und damit wieder unter Kontrolle zu bringen. Tepco hat erklärt, es könne bis Ende des Jahres dauern, bis dies gelinge. Das Unternehmen sieht sich mit Entschädigungszahlungen in Milliardenhöhe konfrontiert.

jak/sda

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