Iran sendet Truppen nach Syrien

Die Assad-Truppen schwächeln, nun senden die Verbündeten in Teheran die Kudsbrigaden und Hunderte Fusssoldaten nach Syrien. Dies wurde erstmals von offizieller Seite her bestätigt.

«Einer von Irans Flügeln wäre gebrochen»: Der syrische Parlamentssprecher Mohammed Jihad al-Laham trifft Alaeddin Boroujerdi, Vorsitzender des iranischen Kommittees für Aussenpolitik und nationale Sicherheit in Damaskus. (25. August 2012)

«Einer von Irans Flügeln wäre gebrochen»: Der syrische Parlamentssprecher Mohammed Jihad al-Laham trifft Alaeddin Boroujerdi, Vorsitzender des iranischen Kommittees für Aussenpolitik und nationale Sicherheit in Damaskus. (25. August 2012)

(Bild: Reuters)

Nachdem bereits seit einiger Zeit vermutet wird, dass der Iran seinen Verbündeten militärisch unterstützt, wird nun erstmals von offizieller Seite bestätigt, dass das Mullah-Regime nach Geld und Waffen nun auch Truppen nach Syrien entsendet.

«Wir sind in jeden Aspekt eines Krieges involviert, ein militärischer in Syrien und auch ein kultureller», sagte General Salar Abnoush, Befehlshaber einer Einheit der Revolutionsgarden laut «Wall Street Journal» in einer Rede am Montag. Die Aussage wurde von einer regimenahen Nachrichtenagentur verbreitet und konnte von der Zeitschrift nicht gegengeprüft werden.

Elitetruppe wird entsendet

Das «Wall Street Journal» zitiert zudem ein ungenanntes Mitglied der Revolutionsgarde, welches sagt, dass Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Khamenei, den Kommandanten der Kudsbrigaden beauftragt habe, die syrischen Truppen zu unerstützen. Die Elitetruppe ist als Spezialeinheiten der Revolutionsgarden für Einsätze im Ausland zuständig. In Syrien soll sie die Armee taktisch beraten und bei Aufklärungs- und Spionagemissionen unterstützen. Auch hunderte Fusssoldaten sollen auf dem Weg nach Syrien sein.

Sollten diese beunruhigenden Nachrichten stimmen, würde das bedeuten, dass die konfessionelle Seite des Konflikts verstärkt wird, mit dem schiitischen Iran als Unterstützer des Assad-Regimes gegen die sunnitischen Rebellen. Zudem nimmt der Konflikt immer stärkere Züge eines Stellvertreterkrieges an. Saudiarabien und weitere Golf-Monarchien unterstützen bereits seit einigen Monaten die Rebellen mit Waffen.

«Einer von Irans Flügeln wäre gebrochen, wenn Assad fällt», kommentiert Mohsen Sazegara, ein Mitgründer der Revolutionsgarden, der heute als Oppositioneller in den USA lebt, gegenüber dem «Wall Street Journal» die Nachricht. «Die benutzen jetzt all ihre Kontakte vom Irak bis in den Libanon, um ihn an der Macht zu halten.»

Iran will «Vorschlag» anbringen

Der wegen seines Atomprogramms selbst mit Sanktionen belegte Iran hat bereits angekündigt, bei dem Gipfel der blockfreien Staaten einen eigenen «Vorschlag» zur Beilegung des Syrien-Konflikts vorzulegen. Details zu dem Plan sind bislang aber nicht bekanntgeworden.

Syrien schickt Ministerpräsident Wael al-Halki und Aussenminister Walid Muallem zu dem Treffen in Teheran, bei dem etwa 120 Staaten aus der ganzen Welt anreisen. Der Iran übernimmt bei dem Treffen den Vorsitz von Ägypten.

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