Zum Hauptinhalt springen

Indonesiens Präsident legt Amtseid ab

Zum ersten Mal kommt der Präsident Indonesiens nicht aus der elitären Klasse des Landes. Stattdessen verkaufte Joko Widodo früher Möbel. Nach seiner Vereidigung kommen auf den 53-Jährigen Mammutaufgaben zu.

Früher Möbelverkäufer, nun Staatsoberhaupt: Joko «Jokowi» Widodo wird in Jakarta vereidigt. (20. Oktober 2014)

Indonesiens neuer Präsident Joko «Jokowi» Widodo ist offiziell in sein Amt eingeführt worden. Er legte während einer Zeremonie im Parlament in der Hauptstadt Jakarta vor den Augen seines Vorgängers Susilo Bambang Yudhoyono und weiterer früherer Staatsoberhäupter seinen Amtseid ab. Auch US-Aussenminister John Kerry nahm im Rahmen eines Kurzbesuches an der Vereidigung teil.

«Jokowi» hatte die knappe Präsidentschaftswahl im Juli gegen seinen Kontrahenten Prabowo Subianto mit rund 53 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Der frühere Möbelunternehmer ist der siebte indonesische Präsident und der erste, der nicht aus der politischen, wirtschaftlichen oder militärischen Elite des Landes stammt. Er hatte seinen Wahlkampf darauf aufgebaut, dass er ein gewöhnlicher, hart arbeitender Mensch sei, der sich gegen Korruption einsetze.

Sein Vorgänger Susilo Bambang Yudhoyono war seit 2004 insgesamt zehn Jahre lang an der Macht gewesen. Die grösste Volkswirtschaft in Südostasien und das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt schafften seit Ende der 90er-Jahre trotz der asiatischen Finanzkrise den Umbruch hin zu einer Demokratie. Auch der Kampf gegen islamistische Extremisten schritt voran.

Widerstand von der Opposition

Vor dem 53-jährigen Widodo liegen gleich zu Beginn seiner Präsidentschaft schwere Entscheidungen, um die erlahmende Konjunktur des 250-Millionen-Einwohner-Landes in Gang zu bringen. Die Wirtschaft wächst mit fünf Prozent derzeit so langsam wie seit fünf Jahren nicht mehr.

Widodo muss schon bald eine Entscheidung darüber treffen, ob er die Benzinsubventionen in seinem Land kürzen will, die in diesem Jahr umgerechnet rund 23,5 Milliarden Euro kosten werden. Das würde Arme wie Reiche gegen ihn aufbringen und könnte Strassenproteste auslösen. Von Ökonomen wird dieser Schritt aber als einzig richtige Massnahme angesehen, um die Wirtschaft des Landes voranzubringen.

Den neuen Präsidenten erwartet zudem Widerstand von den mächtigen und reichen Oppositionsparteien, die weiterhin die Niederlage ihres Kandidaten Subianto schmerzt. Der wohlhabende General hatte die Wahlniederlage erst vor wenigen Tagen eingestanden.

AP/ajk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch