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Indien erwägt die Kastration von Vergewaltigern

Die brutale Vergewaltigung einer Studentin in Indien hat womöglich auch politische Folgen: Die regierende Kongresspartei will schärfere Strafen einführen – und denkt über die Kastration von Tätern nach.

Eine Demonstrantin fordert vor dem Gerichtsgebäude in Delhi die Todesstrafe für die Vergewaltiger. (10. September 2013)
Eine Demonstrantin fordert vor dem Gerichtsgebäude in Delhi die Todesstrafe für die Vergewaltiger. (10. September 2013)
AFP
Wollen das Urteil weiterziehen: Einer der Verteidiger der Vergewaltiger, A. P. Singh, spricht vor dem Gerichtsgebäude in Delhi mit Journalisten. (10. September 2013)
Wollen das Urteil weiterziehen: Einer der Verteidiger der Vergewaltiger, A. P. Singh, spricht vor dem Gerichtsgebäude in Delhi mit Journalisten. (10. September 2013)
AFP
Am 16. Dezember wird in der indischen Hauptstadt Delhi eine 23-jährige Studentin von sechs Männern vergewaltigt und gefoltert. Durch die Penetration mit einer rostigen Eisenstange erleidet die Frau schwerste innere Verletzungen, denen sie am 29. Dezember 2012 im Spital erliegt.
Am 16. Dezember wird in der indischen Hauptstadt Delhi eine 23-jährige Studentin von sechs Männern vergewaltigt und gefoltert. Durch die Penetration mit einer rostigen Eisenstange erleidet die Frau schwerste innere Verletzungen, denen sie am 29. Dezember 2012 im Spital erliegt.
Keystone
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Nach dem Tod der vergewaltigten Inderin erwägt die regierende Kongresspartei Medienberichten zufolge einen Gesetzesvorstoss zur chemischen Kastration von Vergewaltigern. Das gehöre zu einem Katalog schärferer Strafen, die diskutiert würden, berichtete heute unter anderem die «Economic Times».

Die Zeitung berief sich dabei auf Parteikreise. Nach einer besonders brutalen Vergewaltigung in Neu Delhi war am Samstag eine 23-jährige Inderin gestorben. Sechs Beschuldigte müssen sich wegen Mordes verantworten.

Die Anklageschrift soll am Donnerstag bei Gericht eingereicht werden. Das Gericht legt danach ein Datum für den Prozessbeginn fest.

Demonstranten im Hungerstreik

Die junge Frau war am 16. Dezember von mehreren Männern in einem Bus vergewaltigt, mit einer Eisenstange malträtiert und nackt aus dem fahrenden Fahrzeug geworfen worden. Am Samstag war sie an ihren Verletzungen gestorben.

Der Fall hat landesweit Trauer und Wut ausgelöst. In der indischen Hauptstadt Neu Delhi demonstrierten auch heute wieder Hunderte Menschen. Mindestens zwei Demonstranten seien im Hungerstreik, berichtete die Nachrichtenagentur IANS.

Familie fordert Todesstrafe für Täter

Die Familie des Opfers fordert die Todesstrafe für die Täter. «Wir wollen alle Angeklagten hängen sehen, und wir werden dafür kämpfen bis zum Ende», sagte der Bruder der verstorbenen Frau der Zeitung «Indian Express» von heute. Der Vater der jungen Frau sagte dem Blatt, seine Ehefrau habe seit zwei Wochen kaum etwas gegessen.

«Sie war erschöpft», sagte er. «Ich glaube, sie war nicht bereit, dem Schock über den Tod unserer Tochter ins Auge zu blicken, auch wenn die Ärzte uns immer sagten, es sei ernst.» Seine Frau habe nach dem Tod der Tochter am Samstag in einer Klinik in Singapur die ganze Zeit geweint, sagte der Vater, der wie die ganze Familie öffentlich nicht mit Namen genannt wurde.

Der Vater, der mit der Familie beim Tod seiner Tochter in Singapur zugegen war, sagte, auch er kämpfe damit, die Nachricht zu verkraften. «Es ist so schmerzvoll. Ich bin noch nicht wieder in ihr Zimmer gegangen. Sie wurde in diesem Haus geboren, ihre Bücher, ihre Kleidung, alles ist hier», sagte er.

Das Paar wollte heiraten

Auch der Vater des verletzten Freundes der Studentin äusserte sich im «Indian Express». Sein Sohn werde «sein ganzes Leben mit dem Schmerz leben», sagte der Vater. Freunden zufolge wollte die Studentin ihren 28-jährigen Freund im Februar heiraten.

Der Familie der Studentin sagte die Regierung eine Entschädigung von 1,5 Millionen Rupien (20'000 Euro) zu. Neu Delhi gilt als «Hauptstadt der Vergewaltigungen». Nach Polizeiangaben wird im Durchschnitt alle 18 Stunden eine Vergewaltigung angezeigt. Heute wurde von den Behörden eine neue 24-Stunden-Hotline für «Frauen in Not» eingeführt.

SDA/rbi

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