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«In Kabul sieht man schon lange keine Nato-Truppen mehr»

Fotograf Christoph Bangert ist regelmässig für die «New York Times» in Afghanistan unterwegs. Nach der Obama-Rede spricht er mit Redaktion Tamedia über die Gemütslage der Soldaten und der Bevölkerung.

US-Soldaten im Korengal Valley in Afghanistan.
US-Soldaten im Korengal Valley in Afghanistan.
Christoph Bangert/The New York Times/Laif
Ein schwer verletzter afghanischer Angestellter einer privaten Sicherheitsfirma wird von amerikanischen Rettungskräften versorgt.
Ein schwer verletzter afghanischer Angestellter einer privaten Sicherheitsfirma wird von amerikanischen Rettungskräften versorgt.
Christoph Bangert/Laif
Ein Iraker wird vor einer Befragung dazu gewungen, sich hinzuknien.
Ein Iraker wird vor einer Befragung dazu gewungen, sich hinzuknien.
Christoph Bangert/Laif
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Wie haben die US-Truppen Barack Obamas Abzugsplan aufgenommen? Die Obama-Rede wurde in Afghanistan heute um halb 5 Uhr am Morgen ausgestrahlt. Es ist alles noch sehr frisch. Die US-Soldaten beklagen sich ganz allgemein, dass die eigene Zivilbevölkerung das Interesse am Krieg in Afghanistan verloren hat. «Während wir hier kämpfen, ist Amerika in der Shoppingmall», sagen sie sich. Die Stimmung ist zurzeit ähnlich wie damals im Irak, als die Truppen vor dem Abzug standen. Auf die Abzugspläne gibt es jedoch kaum Reaktionen. Die einfachen Soldaten kümmern sich wenig um das Gesamtbild, man ist hier recht abgeschnitten von den Entscheidungen in Washington. Gemäss dem Rotationsprinzip in der US-Armee kehrt eine Einheit sowieso nach 12 Monaten wieder nach Hause zurück. Solange machen die Truppen ihren Job. Für die meisten Soldaten hat die Entscheidung daher keine persönlichen Konsequenzen.

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