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Im AKW Fukushima fiel kurz der Strom aus

Auf den Tag genau einen Monat nach dem verheerenden Erdbeben hat ein schweres Nachbeben den Nordosten Japans erschüttert. In der Stadt Sendai liefen die Menschen in Panik auf die Strassen.

Die zerstörten Gebäude wurden erneut erschüttert: Bürogebäude von Fukushima I, hier eine Aufnahme vom 29. März 2011.
Die zerstörten Gebäude wurden erneut erschüttert: Bürogebäude von Fukushima I, hier eine Aufnahme vom 29. März 2011.
Keystone

Japan kommt nicht zur Ruhe. In der Hauptstadt Tokio und in einem breiten Streifen im Osten des Landes war das starke Nachbeben zu spüren. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke des Bebens mit zunächst 7,1 an, revidierte es aber später auf 6,6. Das Epizentrum lag demnach unweit von Fukushima I in nur zehn Kilometern Tiefe rund 81 Kilometer südlich der Stadt Fukushima. Eine Warnung vor einem einen Meter hohen Tsunami hob die Regierung nach kurzer Zeit wieder auf.

Aus dem bei Iwaki gelegenen Atomkraftwerk Tokai seien keine Störungen gemeldet worden, erklärte der Betreiber Japan Atomic Power. Tokai ist seit dem Beben und dem Tsunami am 11. März vom Netz. Keine Vorkommnisse meldete auch das AKW Onagawa, wie dessen Betreiber Tohoku Electric Power mitteilte.

Kühlung vorübergehend ausgesetzt

Auch in dem zwischen Tokai und Onagawa gelegenen und vor vier Wochen zerstörten AKW Fukushima gebe es durch das Nachbeben keine zusätzlichen Störungen, teilt der Betreiber Tepco mit. Es sei keine höhere Radioaktivität gemessen worden.

Allerdings sei die behelfsmässige Kühlung der Reaktorblöcke 1, 2 und 3 vorübergehend ausgesetzt worden. Die Arbeiter seien in Sicherheit gebracht worden. Auch der Strom fiel kurzzeitig aus.

Die Atomaufsichtsbehörde teilt mit, etwa 50 Minuten lang sei kein Wasser von Aussen in die Blöcke gepumpt worden. Die Unterbrechung habe aber wahrscheinlich keine Folgen für die Sicherheit.

Evakuierungszone ausgeweitet

Bereits vor dem neuerlichen Beben hatte Regierungssprecher Yukio Edano angekündigt, dass die japanische Regierung weitere Gebiete ausserhalb der bestehenden Sperrzone um die Atomruinen Fukushima I evakuieren lassen wolle. Die Zone solle auf Gebiete mit hoher Strahlung über die bisherigen 20 Kilometer vergrössert werden, sagte Edano.

«In diesen Regionen könnte die Strahlung 20 oder mehr Millisievert über ein Jahr betragen.» Edano verwies unter anderem auf den Ort Iitate, der 40 Kilometer von dem zerstörten Atomkraftwerk entfernt liegt.

Die Gebiete sollten innerhalb eines Monats geräumt werden. Es sei nicht nötig, sofort zu handeln. Edano riet Kindern, Schwangeren und Kranken, mindestens 30 Kilometer Abstand zum AKW zu halten.

Trotz eindringlichen Appellen hatte Japans Regierung eine Ausweitung der Evakuierungszone bislang abgelehnt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte eine Ausweitung auf 40 Kilometer, um die Bevölkerung vor Strahlen zu schützen.

Schweigeminute für die Opfer

Mehr als vier Wochen nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 9,0 und dem folgenden Tsunami gelten 14'300 Menschen als vermisst. Insgesamt wird von 28'000 Toten ausgegangen. Rund 150'000 Menschen leben noch immer in 2400 Notunterkünften.

Seit der Katastrophe wurde Japan von Tausenden Nachbeben erschüttert. Rund zweieinhalb Stunden vor dem erneuten Beben am Montag gedachte Japan in den Notlagern, an Arbeitsplätzen und Schulen im ganzen Land mit Schweigeminuten seiner Opfer. Es ertönten die Sirenen.

Regierungschef Naoto Kan bedankte sich für die internationale Unterstützung nach der Naturkatastrophe. An seine Landsleute wollte sich Kan später wenden. Nach dem erneuten Erdbeben verschob er aber seine Rede an die Nation und rief stattdessen die Rettungskräfte zu weiteren Anstrengungen auf.

dapd/sda/pbe/bru

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