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Ihr Verbrechen: Sie hat geliebt

Liu Xia ist die Witwe des Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo. Dafür bestraft sie das chinesische Regime hart.

Liu Xia bei der Seebestattung ihres Mannes am 15. Juli 2017. Heute, sagen Freunde, gehe es ihr noch viel schlechter. Foto: Mark Schiefelbein (AP, Keystone)

Liu Xia bei der Seebestattung ihres Mannes am 15. Juli 2017. Heute, sagen Freunde, gehe es ihr noch viel schlechter. Foto: Mark Schiefelbein (AP, Keystone)

Wer ist Liu Xia? Das sagt sie über sich selbst: Meine Gedichte sind besser als meine Geschichten, meine Gemälde sind besser als meine Gedichte, meine Fotos sind besser als meine Gemälde, und mein Essen ist besser als meine Fotos. Eine virtuose Poetin und Fotografin, eine Gesellin von grosser Trinkfestigkeit, was in Chinas Dichterkreisen traditionell geschätzt wird – Letzteres wusste er nie zu schätzen, der «dumme Kerl», wie sie ihn nannte, der ihre Kochkunst wie ihre Liebe verschlang: Liu Xiaobo, der einst die Bewunderer anzog wie die Fliegen, so rau und ungestüm und brillant wie er war, und mit Wein nichts anfangen konnte und stets mit Cola vorliebnahm. Ihre Gedichte, sagen die alten Freunde, sind besser als die seinen.

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