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Hongkongs lauteste Stimme

Der Millionär Jimmy Lai stellt sich Peking entgegen – allen Einschüchterungsversuchen zum Trotz.

Schimpfte Chinas ehemaligen Premier Li Peng ein «Schildkrötenei»: Der 66-jährige Millionär Jimmy Lai.
Schimpfte Chinas ehemaligen Premier Li Peng ein «Schildkrötenei»: Der 66-jährige Millionär Jimmy Lai.
Nicky Loh, Reuters

Geldsäcke gibt es genug in dieser Stadt, was in Hongkong fehlt, sind Geldsäcke mit Haltung. Aber vielleicht ist da kaum mehr Platz neben dem raum­füllenden Jimmy Lai, diesem Self­made-­Millionär, Medienmogul und ziemlich wilden Gesellen. 66 Jahre ist er in­zwischen alt und noch immer so voller Courage wie mit zwölf, als er sich in einem kleinen Boot vom chinesischen Kanton nach Hongkong schmuggeln liess, damals britische Kronkolonie, und danach in einer Kleiderfabrik arbeitete – für 8 Dollar im Monat. So voller Tatendrang wie mit Mitte zwanzig, als er die Kleidermarke Giordano gründete, die er zu einer der grössten Ladenketten weltweit mit über 2800 Verkaufsstellen ausbaute. So voller Zorn wie 1994, als er Chinas damaligen Premier Li Peng ein «Schildkrötenei» schimpfte, was ausgedeutscht einem Hurensohn entspricht.

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