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«Fukushima ist ganz und gar nicht unter Kontrolle»

Am Sonntag jährt sich Fukushima zum ersten Mal. Die Schweizer Journalistin Susan Boos reiste zweimal in das Katastrophengebiet, hat ein Buch zum Thema verfasst und zieht Parallelen zur Schweiz.

Ein Brandzeichen der Katastrophe: Angespültes Schiff in Kesennuma.
Ein Brandzeichen der Katastrophe: Angespültes Schiff in Kesennuma.
Keystone
Autostrasse wird zur Fussgängerzone: Die Stadt Yamada am 14. März 2011 (unten) und am 1. März 2012.
Autostrasse wird zur Fussgängerzone: Die Stadt Yamada am 14. März 2011 (unten) und am 1. März 2012.
Reuters
Nach dem Tsunami zerstörte ein Brand diese Gastanks in einer Raffinerie in Ichihara.
Nach dem Tsunami zerstörte ein Brand diese Gastanks in einer Raffinerie in Ichihara.
Reuters
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Frau Boos, Sie sind nach der AKW-Katastrophe in Fukushima zweimal nach Japan gereist. Wie war die Stimmung im Land? Bei der zweiten Reise Ende 2011 hatte ich das Gefühl, dass der Unmut in der Bevölkerung zugenommen hat. Den Japanern ist bewusst geworden, dass sie belogen oder zumindest nicht genügend über den Ernst der Lage aufgeklärt wurden. Das Ausmass dieser Katastrophe wird vielen erst jetzt richtig bewusst. Das hat zum Teil damit zu tun, dass in weiten Teilen der radioaktiv belasteten Gebiete die Bevölkerung erst vor wenigen Monaten informiert wurde. Die grösste Wut habe ich bei Müttern von kleinen Kindern gespürt. Sie fühlen sich schuldig, weil sie sich im Nachhinein Vorwürfe machen, nicht genügend für die Sicherheit ihrer Kinder gesorgt zu haben.

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