«Endlich entschlossen, unseren Planeten zu retten»

Die USA und China geben grünes Licht für die Umsetzung des Klimaschutzabkommens. Die Staatengemeinschaft verpflichtet sich, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen.

Der grosse Klimasünder lenkt ein: US-Präsident Obama winkt auf dem Flughafen von Hangzhou zu den Schaulustigen. (3. September 2016)

Der grosse Klimasünder lenkt ein: US-Präsident Obama winkt auf dem Flughafen von Hangzhou zu den Schaulustigen. (3. September 2016)

(Bild: Keystone Mark Shiefelbein)

Die USA und China sind dem Klimaschutzabkommen von Paris heute formell beigetreten. US-Präsident Barack Obama und sein chinesischer Kollege Xi Jinping übergaben UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vor dem G-20-Gipfel in Hangzhou die entsprechenden Dokumente, mit denen ihre Länder Vertragspartner des Abkommens werden. Die USA und China zählen zu den grössten Klimasündern.

Obama erklärte, die USA seien entschlossen, zu den weltweit führenden Nationen im Kampf gegen den Klimawandel zu zählen. Das Abkommen könnte in die Geschichte eingehen als «der Moment, in dem wir uns endlich entschlossen haben, unseren Planeten zu retten», sagte Obama. Xi bezeichnete das Abkommen als Meilenstein, der das «Entstehen eines globalen Regierungssystems» für den Klimawandel markiere.

USA und China für 40 Prozent des CO2-Ausstosses verantwortlich

Der formelle Beitritt zu dem im vergangenen Dezember in Paris vereinbarten Klimaschutzabkommen durch die beiden grössten Verursacher von Treibhausgasen weltweit ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Inkrafttreten des Abkommens. China ist für rund 25 Prozent des globalen Kohlendioxid-Ausstosses verantwortlich, auf dem zweiten Platz folgen die USA mit rund 15 Prozent.

In den USA gilt die Ratifizierung als besonders heikel, weil der von den Republikanern dominierte Kongress das Abkommen ablehnt. Wenn die USA damit aber keine neuen Verpflichtungen eingehen, die über US-Recht hinausgehen, kann Obama die Ratifizierung auch im Alleingang vornehmen.

Der Vertrag tritt in Kraft, wenn ihn mindestens 55 der 175 Unterzeichnerstaaten ratifiziert haben, die zusammen für 55 Prozent der weltweiten Emissionen stehen. Deutschland hat das Abkommen bislang nicht ratifiziert. Ban zeigte sich in Hangzhou «optimistisch», dass das Abkommen noch in diesem Jahr in Kraft treten könne.

In dem Klimaabkommen verpflichtet sich die Staatengemeinschaft dazu, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad, höchstens aber auf zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Bis Mitte des Jahrhunderts soll dem Abkommen zufolge weltweit Treibhausgasneutralität erreicht sein, zudem sind finanzielle und technische Unterstützung für Entwicklungsländer vorgesehen.

foa/nag/sda/afp

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