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«Eine gemeine Persönlichkeit»

Auch am fünften Verhandlungstag diskreditiert der chinesische Ex-Politiker Bo Xilai ehemalige Weggefährten: Sein früherer Vertrauter, der Polizeichef von Chongqing, habe vor Gericht gelogen.

Entgeht der Todesstrafe: Bo Xilai steht in Handschellen zwischen Polizisten im Gerichtssaal. (22. September 2013)
Entgeht der Todesstrafe: Bo Xilai steht in Handschellen zwischen Polizisten im Gerichtssaal. (22. September 2013)
Keystone
Hat den Prozess verloren: Bo Xilai nimmt das Urteil entgegen. (22. September 2013)
Hat den Prozess verloren: Bo Xilai nimmt das Urteil entgegen. (22. September 2013)
AFP
... liessen die Behörden das Gerichtsgebäude weiträumig absperren.
... liessen die Behörden das Gerichtsgebäude weiträumig absperren.
AP Photo/Ng Han Guan
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Der frühere chinesische Spitzenfunktionär Bo Xilai hat in seinem Korruptionsskandal einen weiteren Zeugen in Verruf gebracht. Seine frühere rechte Hand, der Polizeichef von Chongqing, Wang Lijun, sei ein Lügner und ein unglaubwürdiger Zeuge, sagte Bo heute Sonntag. Er sei eine «gemeine Persönlichkeit», die vor Gericht gelogen und Verwirrung gestiftet habe, sagte Bo am vierten Prozesstag vor dem Gericht in Jinan. Der Richter vertagte daraufhin die Fortsetzung der Anhörung auf Montag.

Wang ist in den Mordfall um Bos Frau Gu Kailai verwickelt. Als Bos Vertrauter hatte der Polizeichef ihm von dem Verdacht gegen Gu berichtet, woraufhin Bo Wang laut Aussagen schlug. Wang flüchtete schliesslich in das US-Konsulat und brachte den Fall damit ins Rollen. Gu wurde später wegen des Mordes an einem britischen Geschäftsmann zum Tode verurteilt.

Verurteilung gilt als sicher

«Das war eine gefährliche Zeit damals», sagte Wang am Samstag vor Gericht. Er glaube, dass Bo Ermittlungen gegen die in den Mordfall verwickelten Polizisten angeordnet habe, um Gu zu schützen.

Bo hatte bereits an den vorherigen Prozesstagen Zeugen als unglaubwürdig diskreditiert, darunter seine Frau, die er als geisteskrank bezeichnete.

Laut Anklage soll Bo in seiner Zeit in der ostchinesischen Stadt Dalian zwischen 1999 und 2012 mehr als 20 Millionen Yuan (2,5 Millionen Euro) Bestechungsgeld angenommen haben – was er zum Prozessauftakt bestritten hat. Das Verfahren gegen den ehemaligen Politstar, der auf dem Sprung in den engsten Machtzirkel der kommunistischen Führung war, gilt westlichen Beobachtern als Schauprozess und eine Verurteilung wegen Korruption und Amtsmissbrauchs als sicher.

SDA/fko

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