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Ehefrau durfte Ai Weiwei besuchen

Der Künstler, den die chinesische Regierung seit Wochen festhält, habe einen gesunden Eindruck hinterlassen, sagt die Familie. Wo sich der Mann aufhält, bleibt aber unbekannt.

Erhält offenbar die Medikamente, die er benötigt: Ai Weiwei, hier auf einer Archivaufnahme.
Erhält offenbar die Medikamente, die er benötigt: Ai Weiwei, hier auf einer Archivaufnahme.
Keystone

Der inhaftierte chinesische Künstler Ai Weiwei hat nach 43 Tagen zum ersten Mal Besuch von seiner Familie bekommen dürfen. Seine Schwester erklärte, die Polizei habe Ais Ehefrau Lu Qing zu ihm gebracht. Ai habe einen gesunden Eindruck gemacht und bekomme auch die Medikamente, die er benötige.

Ais Schwester Gao Ge erklärte, die Polizei habe der Familie aber immer noch nicht mitgeteilt, wo der Künstler festgehalten werde. Man sei nun erleichtert, dass es ihm gut gehe, hoffe aber, dass die Regierung Einzelheiten über den Fall nennen werde.

Ais Frau habe schon lange um einen Besuch bei ihrem Mann gebeten, sagte Gao Ge. Am Sonntagnachmittag sei sie aufgefordert worden, zur Polizeistation zu kommen. Von dort sei sie überraschend in einem Fahrzeug zu dem Treffen gebracht worden, ohne aber sehen zu können, wohin die Fahrt gegangen sei. Die Zeit sei kurz gewesen, so hätten sie vor allem über die Familie gesprochen.

Weiwei kennt möglicherweise Vorwürfe gegen ihn nicht

Nach Angaben von Gao Ge ist unklar, ob ihr Bruder über die Vorwürfe gegen ihn informiert ist. «Wir wissen nicht, ob Ai Weiwei es weiss.» Nach amtlichen chinesischen Angaben werden dem Kritiker des kommunistischen Machtsystems nicht näher bezeichnete Steuervergehen angelastet.

Ai Weiwei war Anfang April in Peking festgenommen worden. Der international anerkannte Künstler und prominente Kritiker Pekings wird seitdem an einem unbekannten Ort festgehalten. Seine Festnahme, die Teil einer Welle der Repression gegen kritische Intellektuelle und Künstler in China ist, ist international scharf kritisiert worden.

SDA/miw

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