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Beide Koreas wollen «Quasi-Kriegszustand» abwenden

Inmitten erhöhter Spannungen haben Süd- und Nordkorea Gespräche vereinbart. Es kommen hochrangige Vertreter zusammen.

In Alarmbereitschaft: Südkoreanische Truppen werden in der Nähe der Grenze zum Norden von den Medien beobachtet. (21. August 2015)
In Alarmbereitschaft: Südkoreanische Truppen werden in der Nähe der Grenze zum Norden von den Medien beobachtet. (21. August 2015)

Im Konflikt zwischen dem Norden und dem Süden Koreas bahnt sich eine gewisse Entspannung an. Beide Länder sollen sich zu Verhandlungen treffen. Die Unterredungen seien für 11.00 Uhr (MESZ) im Grenzort Panmunjom geplant, sagte eine Sprecherin des Präsidialamts in Seoul.

Südkorea wird bei den Gesprächen den Angaben zufolge vom für Wiedervereinigung zuständigen Minister Hong Young-pyo und dem Leiter des Büros für Nationale Sicherheit, Kim Kwan-jin, vertreten. Nordkorea werde den ranghöchsten politischen Militärvertreter Hwang Pyong-so entsenden, der als Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong-un gilt. Daneben werde der Generalsekretär der Arbeiterpartei, Kim Yong- gon, an den Gesprächen teilnehmen, der für die Beziehungen zum Süden zuständig ist.

Lautsprecher als Ursache

Nordkorea hatte den Süden ultimativ aufgefordert, bis zum Samstag 10.30 Uhr (MESZ) seine Propagandasendungen über Lautsprecher an der Grenze zu beenden. Diese Lautsprecher, über die anti-nordkoreanische Propaganda verbreitet wird, stehen im Mittelpunkt des aktuellen Streits. Das kommunistische Regime in Pyongyang drohte gar mit Militärschlägen.

Die Spannungen hatten sich nach einem Feuerwechsel zwischen Artillerieeinheiten beider Staaten am Donnerstag zunehmend verschärft. Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un versetzte am Freitag die Grenztruppen in Gefechtsbereitschaft und rief einen «Quasi-Kriegszustand» für die Frontlinie aus.

Noch immer kein Friedensvertrag

Es gebe Hinweise, dass Nordkorea Vorbereitungen für Militärschläge treffe, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärs. Weitere Artilleriegeschütze seien nördlich der demilitarisierten Zone aufgestellt worden.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon rief beide Seiten zur Zurückhaltung. Formal befinden sich Süd- und Nordkorea im Kriegszustand, weil nach dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 kein Friedensvertrag geschlossen wurde.

(SDA)

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