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Das 1000-Insel-Reich wählt ein neues Parlament

Die Malediver hatten die Wahl zwischen mehr Luxustourismus und einer Stärkung der lokalen Inselverwaltungen. Nun haben die Menschen die aktuelle Regierung im Amt bestätigt.

Rund 240'000 Stimmberechtigte waren zu den Wahlen an die Urne gerufen: Eine Wahlhelferin in Male zeigt einen Wahlzettel. (22. März 2014)
Rund 240'000 Stimmberechtigte waren zu den Wahlen an die Urne gerufen: Eine Wahlhelferin in Male zeigt einen Wahlzettel. (22. März 2014)
AP Photo/Sinan Hussain
Abgestimmt wurde auch in vielen Ferien-Resorts sowie auf abgelegenen Atollen des 1200-Insel-Reichs im Indischen Ozean.
Abgestimmt wurde auch in vielen Ferien-Resorts sowie auf abgelegenen Atollen des 1200-Insel-Reichs im Indischen Ozean.
AP Photo/Sinan Hussain
Möchte Präsident bleiben: Abdulla Yameen Abdul Gayoom. (22. März 2014)
Möchte Präsident bleiben: Abdulla Yameen Abdul Gayoom. (22. März 2014)
HAVEERU, AFP
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Die Menschen im Ferienparadies Malediven haben nach vorläufigen offiziellen Ergebnissen ihre Regierung klar im Amt bestätigt. Das sei ein Vertrauensvotum für die Arbeit von Präsident Abdulla Yameen, sagte Aussenministerin Dunya Maumoon lokalen Medien.

Die Abstimmung selbst lief nach Angaben der Antikorruptionsorganisation Transparency Maldives gestern ohne Zwischenfälle und gut organisiert ab. Allerdings habe es im Vorfeld «zügellosen Stimmenkauf» gegeben und oftmals sei Wahlkampf unrechtmässig aus der Staatskasse finanziert worden.

Präsident Yameen hatte gewarnt, es werde Chaos im Land entstehen, wenn die Opposition die Mehrheit im Parlament gewinne und sich gegen ihn stelle. Yameen, der zugleich als Regierungschef agiert, war bei der Präsidentenwahl im November gewählt worden.

Sitzverteilung noch nicht bekannt

Die genaue Sitzverteilung war am Abend (Ortszeit) noch nicht bekannt. Rund 240'000 Menschen des islamischen Inselstaates waren dazu aufgerufen, 85 Volksvertreter zu wählen. Abgestimmt wurde auch in vielen der luxuriösen Ferienressorts sowie auf abgelegenen Atollen des 1000-Insel-Reichs im Indischen Ozean.

Politische Beobachter kritisieren, dass nach der Präsidentschafts- und Parlamentswahl nun die ganze Macht wieder in den Händen der alten Eliten liege. Erst im Jahr 2008 war auf den Malediven erstmals fair und frei gewählt worden. Damals führte der Umweltschützer und Menschenrechtsaktivist Mohamed Nasheed das Land, doch musste er nach nur dreieinhalb Jahren wegen einer Meuterei der Sicherheitskräfte abtreten.

Seitdem liegen tiefe Gräben zwischen Nasheeds MDP und der Regierungskoalition. Nasheed nutzte Massenkundgebungen und Tür-zu-Tür-Kampagnen, um zahlreiche junge Menschen zu mobilisieren. Die Koalition konnte nach Angaben von Analysten auf ein Netzwerk aus alten Abhängigkeiten und Geld bauen. Ausserdem redete noch der Oberste Gerichtshof ein Wort mit, indem er etwa bei der Präsidentenwahl mehrere Wahlgänge entweder für ungültig erklärte, verschob oder mit neuen Regeln versah.

Autokrat mit Macht im Hintergrund

Vor der demokratischen Öffnung hatte drei Jahrzehnte lang der Autokrat Maumoon Abdul Gayoom geherrscht. «Der alte Herr ist noch immer Berater und übt im Hintergrund Macht aus», meint die Justizaktivistin Aishath Velezinee. Sie weist darauf hin, dass der jetzige Präsident Gayooms Halbbruder ist und die Aussenministerin seine Tochter.

Auch Ahmed Nihan, Abgeordneter der nun wieder stärksten Partei PPM, sagt: «Das ist seine Partei, er ist der Älteste, jeder hört auf ihn.»

SDA/mw/ajk

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