Zum Hauptinhalt springen

Dank Fussball: Gül besucht seine Erzfeinde

Als erster türkischer Staatschef besucht Abdullah Gül heute Armenien. Grund für die Annäherung ist ein Fussballspiel.

Abschied voller Zuversicht: Abdullah Gül vor seinem Abflug nach Armenien am Flughafen in Ankara.
Abschied voller Zuversicht: Abdullah Gül vor seinem Abflug nach Armenien am Flughafen in Ankara.
Keystone

Gül traf heute in Armenien ein, um sich das Qualifikationsspiel für die Fussball-WM 2010 zwischen der Türkei und Armenien anzusehen. Bei seiner Ankunft säumten Tausende Demonstranten seine Fahrtstrecke vom Flughafen in die Innenstadt von Eriwan. Sie trugen Plakate mit Aufschriften wie «Wir wollen Gerechtigkeit», «Türke, gestehe deine Schuld» oder «1915, nie wieder».

Damit verweisen die Demonstranten auf ein dunkles Kapitel der Geschichte: Während des Ersten Weltkriegs sind im Osmanischen Reich (der heutigen Türkei) 1,5 Millionen Armenier von Türken getötet wurden. Einige Historiker sprechen vom ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts - die Türkei weist dies als übertrieben zurück, Armenier seien in den Wirren des Krieges getötet worden. Hoffnung auf Frieden

Nachdem im Juli bekannt wurde, dass Armenien und die Türkei in derselben Qualifikationsgruppe spielen, hatte der armenische Staatschef Serge Sarkisjan Gül eingeladen.

Der türkische Staatschef nahm die armenische Einladung erst in letzter Minute an. Sarkisjan habe mutig gehandelt, indem er ihn eingeladen habe, sagte Gül. Vor seinem Abflug in Ankara sprach Gül zu seinen Landsleuten und sagte, er hoffe, dass sein Besuch zu regionaler Freundschaft und Frieden beitragen werde. «Vor etwa einem Monat haben wir alle gesehen, wie ungelöste Konflikte die regionale Stabilität und den Frieden im Kaukasus bedroht haben», sagte er mit Blick auf den Konflikt zwischen Russland und Georgien.

Zu anderen Nachbarländern wie Griechenland, Bulgarien und Syrien hat Ankara seine Beziehungen in den vergangenen Jahren bereits deutlich verbessert.

(AP)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch