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CIA-Chef glaubt nicht an Kooperation der Taliban

In einem Interview hat sich der CIA-Chef Leon Panetta zum Iran und zu Afghanistan geäussert. An den Erfolg der Verhandlungen Hamid Karzais mit den Taliban glaubt er nicht.

Zu den Verhandlungen der afghanischen Regierung mit den Taliban befragt, sagte Leon Panetta dem US-Fernsehsender «ABC» am Sonntag, dass er nicht an deren Erfolg glaube. Die Taliban hätten keinen echten Grund mit der afghanischen Regierung zusammenzuarbeiten, wie das der afghanische Präsident Karzei erhoffe. Sein Geheimdienst habe noch keine Belege dafür gefunden, dass die Taliban wirklich daran interessiert seien, ihre Waffen abzugeben oder von al-Qaida abzurücken. Gemäss unbestätigten Berichten soll sich Hamid Karzai aber bereits mit Talibanführer Sirajuddin Haqqani getroffen haben.

Al-Qaida geschwächt

Auch sei das Terrornetzwerk al-Qaida nach Einschätzung der CIA so schwach wie seit Jahren nicht mehr. Gemäss Panetta hielten sich in Afghanistan nur noch 50 bis 100 Extremisten auf, der Rest verstecke sich in den Bergen hinter der pakistanischen Grenze. Über den Aufenthaltsort von al-Qaida-Chef Osama bin Laden gebe es schon lange keine genaueren Informationen mehr.

Der CIA-Chef ging im Interview aber davon aus, dass sich Bin Laden ebenfalls in Pakistan versteckt halte. Ihn umgebe ein immenser Sicherheitskordon. Panetta gab jedoch zu, dass die Jagd nach Osama bin Laden, die sein Dienst koordiniere, trotz der heftigen Dronen- und Raketenangriffe auf mutmassliche al-Qaida-Verstecke im pakistanischen Stammesgebiet, bisher völlig erfolglos war. Doch: «Wir glauben, dass wir ihn letztlich ausschwemmen können, wenn wir den Druck aufrecht erhalten.»

Iran kann zwei Atombomben bauen

Zum Iran befragt sagte Panetta, dass der Iran nach Ansicht des US-Geheimdienstes CIA genug schwach angereichertes Uran für zwei Atombomben habe. Es würde aber wahrscheinlich zwei Jahre dauern, eine solche Waffe zu bauen. Er glaube nicht, dass die jüngsten UN-Strafmassnahmen den Iran zur Aufgabe seines Atomprogramms bewegen könnten. Allerdings könnten die Sanktionen die Regierung in Teheran schwächen, falls sie zu ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten führten.

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