China duldet keine Abspaltungsversuche

Am Sonntag ist es in der chinesischen Sonderverwaltungszone wieder zu Protesten mit Ausschreitungen gekommen.

Seit drei Monaten wird in Hongkong protestiert: Die Polizei ging mit Tränengas gegen Demonstranten vor. (8. September 2019)

Seit drei Monaten wird in Hongkong protestiert: Die Polizei ging mit Tränengas gegen Demonstranten vor. (8. September 2019)

(Bild: Reuters Anushree Fadnavis)

Nach einem erneut gewaltsamen Protest-Wochenende in Hongkong warnt China die Demonstranten eindringlich vor weiteren Eskalationen. Die ehemalige britische Kronkolonie sei ein untrennbarer Teil der Volksrepublik, schrieben staatliche chinesische Medien am Montag. Jede Art von Abspaltungsversuchen würden «zerquetscht». Die Demonstranten sollten aufhören, die Geduld der Zentralregierung auf die Probe zu stellen, hiess es in der «China Daily».

Die Kundgebung am Sonntag beweise, dass ausländische Kräfte hinter den Protesten steckten. Tausende Demonstranten hatten Präsident Donald Trump vor dem US-Konsulat in der chinesischen Sonderverwaltungszone dazu aufgerufen, Hongkong «zu befreien».

Aktivist Wong vor Gericht

Ungeachtet der Warnung demonstrierten Hunderte Schüler am Montag Solidarität mit der Protestbewegung. In mehreren Stadtteilen bildeten sie Menschenketten. Die Regierungsgegner fordern unter anderem die Freilassung aller festgenommenen Demonstranten.

Für internationale Aufmerksamkeit sorgt der Fall des Aktivisten Joshua Wong, einem der bekanntesten Bürgerrechtler. Er war nach eigenen Angaben am Wochenende am Flughafen festgenommen worden. Wong sollte noch am Montag vor Gericht erscheinen. Ihm würden der Verstoss gegen Kautionsauflagen vorgeworfen, schrieb er auf Twitter. Dort hiess es auch, dass er in Deutschland zur Teilnahme an einer Veranstaltung erwartet wurde.

Mit den Protesten wehren sich Millionen Hongkonger seit drei Monaten gegen eine Beschneidung ihrer im Vergleich zu Festlandchina grösseren bürgerlichen Freiheiten. Dabei gab es wiederholt gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten sowie mehr als 1100 Festnahmen.

roy/SDA

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