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Bis an die Zähne bewaffnete Hoffnungsträger

Die Afghanen müssen ab 2014 allein für die Sicherheit im Land sorgen. Der Fotograf Kevin Frayer hat eindrückliche Bilder von zehn Soldaten geschossen, auf denen alle Hoffnungen der künftigen Terrorbekämpfung ruhen.

Im Oktober 2001 waren amerikanische und britische Truppen mit dem Schlachtruf «Enduring Freedom» in Afghanistan einmarschiert. Seither ist viel Zeit vergangen. Die Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden schwindet mit jedem Tag. Die kürzlich veröffentlichten Afghanistan-Protokolle bestätigen dieses düstere Bild.

Die afghanische Regierung will trotzdem bis spätestens 2014 die Verantwortung für die Sicherheit in ihrem Land von den ausländischen Truppen übernehmen. Dann lastet die gesamte Bürde auf Soldaten wie Mirza Mirzali und Ghulam Hidar (siehe Bildstrecke). Der kanadische Kriegsfotograf Kevin Frayer hat zehn Soldaten der afghanischen Armee porträtiert, die in Zukunft alleine gegen die Taliban kämpfen müssen. Die Männer sind in einem US-Aussenposten im Arghandab Tal nahe Kandahar stationiert, schreibt die britische Zeitung «Guardian».

Soldaten laufen zu Taliban über

Die ersten US-Soldaten sollen Afghanistan bereits im Juli kommenden Jahres verlassen. Werden die Afghanen dem Terror in ihrem Land auch nach dem vollständigen Rückzug der internationalen Streitkräfte die Stirn bieten können? Zweifel sind angebracht. So zeigt sich die Caritas besorgt über die Pläne für einen vollständigen Rückzug. «Ein solcher Zeitplan birgt für die Menschen Risiken», sagte der Leiter der internationalen Abteilung des katholischen Hilfswerks, Oliver Müller, in Berlin.

Die afghanische Armee verzeichnet nach wie vor jeden Monat zahlreiche Abgänge und Deserteure. Die starke Fluktuation unter den Soldaten behindert den Aufbau einer schlagkräftigen Truppe. Zudem häufen sich Meldungen, wonach reguläre afghanische Soldaten zu den Taliban überlaufen. Das amerikanische Nachrichtenmagazin «Time» fragte deshalb kürzlich, wie verlässlich die Truppen wirklich seien, die den Nato-Streitkräften beistehen?

US-Offiziere haben grosse Zweifel

Besonders bedenklich ist gemäss «Time», dass die USA bereits Milliarden in die Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte gesteckt hätten, mit zweifelhaftem Erfolg. US-Offiziere seien zunehmend von der Unfähigkeit der afghanischen Streitkräfte frustriert. Die Afghanen seien zwar scheinbar willig, aber dennoch nicht in der Lage, komplexe Befehle auszuführen.

«Time» zitiert einen Marine-Offizier, der bezweifelt, dass die afghanischen Streitkräfte fähig sein werden, die Macht im Land zu übernehmen. Die meisten seien eine Gefahr für sich selbst.

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