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Bangladesh und Indien beenden Grenzstreit

Tausende Menschen feiern die Bereinigung der Grenzen zwischen Indien und Bangladesh. Etwa 50'000 Einwohner sind endlich nicht mehr staatenlos.

Tausende feiern die Einigung zwischen Indien und Bangladesh: Bewohner einer früheren indischen Enklave tragen Fackeln und eine Fahne Bangladeshs. (1.8.2015)
Tausende feiern die Einigung zwischen Indien und Bangladesh: Bewohner einer früheren indischen Enklave tragen Fackeln und eine Fahne Bangladeshs. (1.8.2015)
Suvra Kanti Das, AFP

Nach jahrzehntelangen Streitigkeiten um Territorialansprüche in der Grenzregion haben Bangladesh und Indien in der Nacht zum Samstag den Tausch zahlreicher kleinerer Gebiete vollzogen. Tausende Menschen in betroffenen Ortschaften brachen um Mitternacht in Jubel aus.

«Wir haben 68 Jahre lang in Düsternis gelebt, nun sehen wir endlich Licht», sagte der 20-jährige Russel Khandaker aus der Enklave Dashiar Chhara. Diese gehörte bislang zu Indien, nun aber zu Bangladesh.

Der indische Regierungschef Narendra Modi und seine bangladeschische Kollegin Sheikh Hasina hatten Anfang Juni ein Abkommen zur Beendigung des Grenzstreits unterzeichnet. Betroffen sind 162 Enklaven in beiden Ländern mit insgesamt etwa 50'000 Einwohnern, die bislang staatenlos waren.

Der Streit ging auf teils jahrhundertealte Verträge örtlicher Machthaber über die Territorien zurück. Den zumeist armen Einwohnern steht es nach dem Landtausch nun frei, in ihren Ortschaften zu bleiben oder in ihr jeweiliges Land zu ziehen. Ihre Staatszugehörigkeit können sie so wählen.

Bangladesh hatte der Neuregelung bereits im Jahr 1974 zugestimmt, das indische Parlament gab aber erst im Mai grünes Licht. Eines der grössten Probleme für die Bewohner der Enklaven war neben der Staatenlosigkeit bisher, dass es dort unter anderem an Schulen und Spitälern mangelte.

SDA/ij

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