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Arabische Emirate sperren Newsnetz

Diese Webseite ist auf den Radar der arabischen Sittenwächter geraten. Wer sie in Dubai ansurfen will, dem schaut eine hässliche Comicfigur mit Teetasse und klarer Botschaft entgegen.

Hier kommst du nicht rein: Die Seite  ist vom Internet Provider du in den Vereinigten Arabischen Emiraten gesperrt worden. Statt neuen Nachrichten aus der Schweiz ist bloss eine Comicfigur mit Teetasse zu sehen.
Hier kommst du nicht rein: Die Seite ist vom Internet Provider du in den Vereinigten Arabischen Emiraten gesperrt worden. Statt neuen Nachrichten aus der Schweiz ist bloss eine Comicfigur mit Teetasse zu sehen.
Screenshot

Der Auslandschweizer in Dubai war perplex: Statt Nachrichten aus der Heimat fand er auf Redaktion Tamedia die Meldung, die Seite sei in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nicht zugänglich.

Weshalb Redaktion Tamedia auf den Radar der arabischen Sittenwächter geraten ist, ist unklar. Eine Anfrage beim Internet Provider des Lesers, du, blieb bislang unbeantwortet. Offenbar ist die Seite nicht mit der Moral der VAE vereinbar. «Lustigerweise ist der ‹Blick› nicht gesperrt», schreibt der Leser.

Auch Datingseiten sind gesperrt

Du ist nach Etisalat der zweitgrösste Internetanbieter in den VAE. Faktisch besitzen die beiden Firmen das Monopol. Sie bestimmen, was die Araber und Araberinnen in den VAE zu Gesicht bekommen und was nicht. Während Etisalat schon seit Jahren rigoros jegliche Seiten mit unzüchtigem Inhalt sperrt, hat du am 14. April 2008 nachgezogen. Dazu gehören nicht nur Webseiten mit Inhalten wie Pornografie, illegalen Drogen oder Terrorismus, sondern etwa auch Datingseiten.

Auch die Internet-Telefonie VoIP ist gesperrt. Dies geht aus einem offiziellen Dokument von Etisalat hervor, in dem 13 Kategorien mit verbotenem Inhalt aufgelistet werden. Alles, was mit den moralischen, sozialen und kulturellen Werten in den VAE nicht vereinbar ist, läuft Gefahr, gesperrt zu werden. Da kann eine einfache Flirtwerbung, ein Kochrezept mit Schweinefleisch oder ein Appell für gleiche Rechte von Homosexuellen schon ausreichen.

«Es ist möglich, dass gewisse harmlose Seiten irrtümlicherweise geblockt werden», schrieb du in einem Statement vom April 2008, mit dem die künftige Internet-Zensur angekündigt wurde, und rief die Kunden dazu auf, sich zu melden, falls eine Seite versehentlich geblockt wurde. Genau dies hat der Redaktion Tamedia-Leser getan. «Wie in dieser Gegend jedoch üblich, habe ich keine Antwort erhalten.»

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