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Afghanischer Vizepräsident verprügelt und entführt Gegner

Am Rande eines Sportturniers schlug der ehemalige Warlord Abdul Rashid Dostum einen Kritiker zunächst selber. Dann kümmerten sich seine Leibwächter um den Mann.

Er drohte öffentlich damit, Ärger zu verursachen, sollte er nicht ernst genommen werden: Der damalige Präsidentschaftskandidat Abdul Rashid Dostum (Mitte) während einer Wahlveranstaltung. (6. Oktober 2004)
Er drohte öffentlich damit, Ärger zu verursachen, sollte er nicht ernst genommen werden: Der damalige Präsidentschaftskandidat Abdul Rashid Dostum (Mitte) während einer Wahlveranstaltung. (6. Oktober 2004)
AP Photo/David Guttenfelder, Keystone

Der afghanische Vizepräsident Abdul Rashid Dostum hat während eines Sportturniers in Nordafghanistan einen Widersacher zuerst selbst geschlagen, dann von seinen Wächtern verprügeln lassen und schliesslich entführt. Das berichtete die «New York Times» am Montag.

Der Vorfall habe sich bereits am Freitag ereignet, am Rande eines Buskaschi-Turniers, bei dem zwei Mannschaften zu Pferde versuchen, eine kopflose Ziege über eine gegnerische Linie zu schleifen. Der entführte Mann sei ein Politiker aus Dostums eigener Junbesch-Partei namens Ahmed Ishchi. Er habe Dostum zuvor kritisiert.

Dostum klagt über Regierung

Dostum, ein Kriegsherr, dem viele Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, ist seit Monaten unglücklich mit der afghanischen Einheitsregierung von Präsident Aschraf Ghani und Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah. Sie ignorierten ihn, klagte er. Er drohte öffentlich damit, Ärger zu verursachen, sollte er nicht ernst genommen werden. Die Schlägerei geschah der Zeitung zufolge kurz nach einem weiteren Wutausbruch gegen Präsident Ghani.

Hunderte Demonstranten verlangten am Sonntag vor dem Haus Dostums die Freilassung des Entführten. Ohne Erfolg.

(SDA)

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