Trump droht Pyongyang mit «Feuer und Zorn»

Nordkorea soll sich den Traum von einer nuklearen Interkontinentalrakete verwirklicht und einen entsprechenden Sprengkopf entwickelt haben.

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Pyongyang hat laut einem Medienbericht erhebliche Fortschritte bei seinem Raketenprogramm erzielt. Pyongyang habe einen atomaren Sprengkopf entwickelt, der klein genug für seine Interkontinentalraketen sei, berichtete die «Washington Post» am Dienstag unter Berufung auf eine geheime Analyse des US-Militärgeheimdienstes (DIA) vom Juli.

Das würde bedeuten, dass Nordkorea näher am Ziel einer Atomrakete ist als bisher angenommen. Im Juli erst hatte das Land testweise zwei Interkontinentalraketen abgefeuert, die nach Angaben Pyongyang das US-Festland erreichen könnten.

Trump droht mit «Feuer und Zorn»

US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea nach einem neuen Bericht über die Atomwaffen des Landes vor weiteren Drohungen gegen die USA gewarnt. Sonst werde Nordkorea auf «Feuer und Zorn» stossen, die die Welt noch nie erlebt habe, sagte Trump bei einem Briefing auf seinem Golfplatz in Bedminster, New Jersey, am Dienstag.

In einem Dokument des japanischen Verteidigungsministeriums und einem US-Medienbericht war am Dienstag zu lesen, dass Nordkorea erfolgreich einen Miniatur-Atomsprengkopf hergestellt haben könnte, der in die Raketen des Landes passe. Das wäre eine wichtige Entwicklung bei dem Versuch Nordkoreas, zu einer richtigen Atommacht zu werden.

Die Unruhe der US-Regierung wegen der Atomziele des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un hat zugenommen, nachdem Nordkorea im Juli zwei ballistische Interkontinentalraketentests vornahm.

Allfälliger Test unbekannt

Es ist laut «Washington Post» unbekannt, ob Nordkorea die neuen Miniatur-Sprengköpfe bereits getestet hat; Nordkorea hatte im vergangenen Jahr angegeben, dass ein solcher Test bereits erfolgt ist.

Das Pentagon reagierte zunächst nicht auf den Bericht der «Washington Post», laut der Zeitung bestätigten aber auch zwei US-Behördenvertreter die Einschätzungen des DIA. Laut dem Zeitungsbericht kam das japanische Verteidigungsministerium ebenfalls zu dem Schluss, dass Nordkorea einen ausreichend kleinen Sprengkopf für seine Interkontinentalraketen besitzt.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann: Die EU könnte eine Vermittlerrolle im Nordkorea-Konflikt einnehmen. Video: Reuters

Bis zu 60 Atomwaffen

Die Zeitung berichtete ausserdem, der DIA hätte in einer anderen Analyse geschätzt, dass Nordkorea bis zu 60 Atomwaffen besitzt – auch das ist mehr, als bisher angenommen wird.

Die internationale Gemeinschaft hatte die nordkoreanischen Raketentests vom Juli verurteilt. Am Samstag beschloss der UN-Sicherheitsrat schärfere Sanktionen gegen das Land. Trotz bereits bestehender umfassender Sanktionen treibt Pyongyang seit Jahren sein Atomwaffenprogramm voran und schiesst immer wieder Raketen zu Testzwecken ab. (oli/AFP)

Erstellt: 08.08.2017, 23:14 Uhr

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