Raketen stationiert – Weisses Haus droht China

China soll neue Raketensysteme im Südchinesischen Meer installiert haben – das heizt einen alten Konflikt mit den USA an.

Überwachungsbilder der United States Navy zeigen chinesische Militärschiffe um das Riff Fiery Cross. (Archivbild)

Überwachungsbilder der United States Navy zeigen chinesische Militärschiffe um das Riff Fiery Cross. (Archivbild) Bild: U.S. Navy/Reuters

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Das Weisse Haus droht China mit Konsequenzen, sollte die Aufrüstung im Südchinesischen Meer weitergehen. China soll laut Informationen des US-Geheimdienstes Raketensysteme auf den künstlich angelegten Spratly-Inseln stationiert haben.

Man sei sich Chinas Militarisierung im Südchinesischen Meer sehr bewusst, sagte Sarah Sanders. «Es wird kurz- und langfristige Konsequenzen geben», so die Pressesprecherin des Weissen Hauses weiter. Man habe den Chinesen gegenüber Bedenken geäussert.

Ein Mitarbeiter des US-Aussenministeriums sagte gegenüber CNN, China habe sich verpflichtet, auf den umstrittenen Inseln keine Militarisierung anzustreben. «Wir sind besorgt, dass China nicht im Einklang mit diesem Versprechen handelt.»

Wie der amerikanische Sender CNBC am Donnerstag unter Hinweis auf Geheimdienstinformationen berichtete, sind in den vergangenen 30 Tagen auf den künstlich ausgebauten Riffen Fiery Cross, Subi und Mischief westlich der Philippinen Raketen und Marschflugkörper aufgestellt worden. Diese würden die Reichweite des chinesischen Militärs bedeutend ausweiten.

«Notwendige Verteidigungseinrichtungen»

Die Riffe gehören zu den Spratly-Inseln, die ganz oder teilweise von mehreren Ländern beansprucht werden. Die USA und Chinas Nachbarn, die ebenfalls Ansprüche auf Inseln in den strategisch wichtigen Gewässern erheben, werfen Peking eine zunehmende Militarisierung der Region vor. Erst kürzlich hatte Chinas Militär im Südchinesischen Meer schon Ausrüstung zur Störung gegnerischen Funkverkehrs installiert.

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Chinas Aussenministerium erklärte, die Inseln lägen klar im Hoheitsgebiet Chinas. Ihre Nation sei am friedlichen Aufbau der Inseln beteiligt gewesen, was den Einsatz notwendiger Verteidigungseinrichtungen einschliesse, sagte dessen Sprecherin Hua Chunying. «Der Einsatz richtet sich gegen niemanden. Jeder, der keine Invasion beabsichtigt, hat keinen Grund zur Sorge.»

Militärische Übungen im umstrittenen Gebiet

Die neu stationierten Marschflugkörper könnten Schiffe in einer Entfernung von mehr als 500 Kilometer treffen, berichtete CNBC. Die Boden-Luft-Raketen hätten eine Reichweite von rund 300 Kilometern. Die Aufrüstung der Inseln ist eine Herausforderung für die US-Marine, die mit demonstrativen Einsätzen in den umstrittenen Gewässern für die «Freiheit der Navigation» eintreten.


Video – Trump legt in Handelsstreit mit China nach

Er habe die Handelsbeauftragten der US-Regierung damit beauftragt, über die Zusatzzölle nachzudenken, teilte Trump Ende April mit. (Video: Reuters)


Das chinesische Militär soll die Raketen laut dem US-Geheimdienst bei Übungen im umstrittenen Gebiet eingesetzt haben. Ein US-Verteidigungsbeamter sagte gegenüber CNN, es sei unklar, ob die Abwehrsysteme nach der Übung im April auf den Aussenposten verblieben seien. Ähnliche Waffen seien auf den im Nordwesten liegenden Paracel-Inseln eingesetzt worden, wie Peking 2016 bekanntgab.

Das Südchinesische Meer liegt zwischen China, Vietnam, Malaysia und den Philippinen. Peking beansprucht 80 Prozent des 3,5 Millionen Quadratkilometer grossen rohstoffreichen Gebietes, durch das wichtige Schifffahrtsstrassen führen. Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag wies 2016 die Gebietsansprüche zurück. China ignoriert das Urteil aber und untermauert seine Ansprüche mit dem militärischen Ausbau der Inseln. (sep/sda)

Erstellt: 03.05.2018, 09:07 Uhr

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