Nordkoreas Raketenbauer ist tot

Ju Kyu Chang hat massgeblich an der Unha-3-Langstreckenrakete mitgewirkt. Der Wissenschaftler stand auf der US-Sanktionsliste.

Ju Kyu Chang (dritter von links) beim Begräbnis des damaligen nordkoreanischen Führers Kim Jong-il.

Ju Kyu Chang (dritter von links) beim Begräbnis des damaligen nordkoreanischen Führers Kim Jong-il. Bild: Reuters

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Nordkorea hat einen der Väter seines Raketenprogramms verloren: Der Wissenschaftler und hochrangige Funktionär Ju Kyu Chang sei im Alter von 89 Jahren gestorben, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag. Sie würdigte Ju als «Altrevolutionär, der einen herausragenden Beitrag zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten geleistet hat». Die US-Regierung hatte 2013 Sanktionen gegen Ju wegen seiner Rüstungsaktivitäten verhängt.

Der Funktionär hatte die Federführung beim ersten Start der nordkoreanischen Langstreckenrakete Unha 2 im Jahr 2009, wie Südkoreas Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Den Jungfernflug der Rakete verfolgte er mit dem damaligen Machthaber Kim Jong-il . Auch bei der Entwicklung des neueren Modells Unha 3 habe Ju eine wichtige Rolle gespielt. 2015 sei er in Rente gegangen.

Der verarmte und isolierte Staat treibt seit Jahren mit grossem Aufwand sein Raketen- und Atomwaffenprogramm voran. Der UN-Sicherheitsrat hat deswegen harte Sanktionen gegen Nordkorea verhängt. Im vergangenen Jahr hat sich das Land zum Atomstaat erklärt und erklärt, atomare Sprengköpfe mit Interkontinentalraketen bis in die USA feuern zu können.

(hvw/AFP)

Erstellt: 04.09.2018, 15:57 Uhr

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