Hier verprügelt Hongkonger Polizei gefesselten Demonstranten

Die USA fordern gründliche Ermittlungen nach der Polizeigewalt in Hongkong. Auch Amnesty International sprach von einem «bösartigen» Übergriff.

Hongkonger Polizisten führen einen Demonstranten in eine dunkle Ecke und verprügeln ihn. (Video: Youtube/Tai Man Chan)

Nach der Misshandlung eines Demonstranten durch Polizisten in Hongkong haben die USA eine gründliche Untersuchung des Vorfalls gefordert. Es seien nun «rasche, transparente und umfassende» Ermittlungen nötig, sagte US-Aussenamtssprecherin Jen Psaki am Mittwoch in Washington.

Sie mahnte die Regierung in Hongkong erneut zur Zurückhaltung. Die Demonstranten seien aufgerufen, weiterhin friedlich zu protestieren, sagte Psaki. Der Angriff auf den wehrlosen Demonstranten hatte sich während der Räumung von Barrikaden der prodemokratischen Protestbewegung ereignet. Ein Video der brutalen Tat wurde im Fernsehen gezeigt.

Anwalt eingeschaltet

Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie die Beamten einen Mann in Handschellen in eine dunkle Ecke zerren und zusammenschlagen. Das Opfer gehört offenbar der Demokratiegruppe Civic Party an. Die Organisation schaltete einen Anwalt ein.

Der misshandelte Demonstrant tritt vor die Medien. (Video: Youtube/Oscar Tsang)

Der Vorfall löste eine Welle der Empörung aus. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von einem «bösartigen» Übergriff. Die Polizei identifizierte sieben Polizisten als mutmassliche Mittäter und suspendierte sie von ihren bisherigen Aufgaben.

Polizei hält sich zurück

Nach den teils gewalttätigen Übergriffen gegen die prodemokratischen Demonstranten in Hongkong hat die Polizei in der Nacht zum Donnerstag zunächst nicht mit gleicher Härte wie am Vortag durchgegriffen. In der chinesischen Sonderverwaltungszone kam es zu vereinzelten Raufereien mit campierenden Protestierenden, von einem Niederreissen der Barrikaden der Demonstranten sahen die Beamten bis zum Morgen aber ab.

Bei einem kleineren Zusammenstoss kurz nach Mitternacht auf einer Hauptstrasse nahe des Amtssitzes von Regierungschef Leung Chun-ying wurden nach Polizeiangeben zwei Personen festgenommen. Drei Polizisten hätten sich Verletzungen zugezogen.

Die Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone dauern seit Ende September an. Die Demokratiebewegung fordert die Änderung einer von Peking beschlossenen Wahlreform. Diese sieht vor, dass die Bürger Hongkongs in der im Jahr 2017 erstmals direkt einen Verwaltungschef wählen, die Staatsführung in Peking jedoch die Kandidaten vorab auswählt.

chk/sda

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