«Eine Katastrophe beträchtlichen Ausmasses»

Die Überschwemmungen im Nordwesten Pakistans haben aus Sicht der Vereinten Nationen verheerende Dimensionen angenommen. Zahlreiche Landesteile sind von der Aussenwelt abgeschnitten.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

«Was wir hier haben, ist eine Katastrophe beträchtlichen Ausmasses», sagte der Leiter der UNO-Hilfseinsatzes, Manuel Bessler, am Donnerstag. Dies sei auch schon vor dem Vordringen der Flut in den Süden so gewesen. Eine Woche nach Beginn der heftigsten Monsunregenfälle seit mehr als 80 Jahren seien viele Landesteile nach wie vor von der Aussenwelt abgeschnitten: «Ganze Landstriche sind nur aus der Luft erreichbar», berichtete Bessler bei einer Telefonkonferenz in Genf.

Der UNO-Chefkoordinator für den humanitären Einsatz in Pakistan nannte es «absolut verständlich», dass sich in der Bevölkerung Ärger über die als unzureichend empfundenen Anstrengungen der Regierung in Islamabad breitmacht. Es seien inzwischen mindestens 1,5 Millionen Menschen von der Jahrhundert-Flut betroffen. Sobald deren Scheitelpunkt die mittleren Abschnitte des Indus erreiche, drohten weitere 1,4 Millionen Menschen in der Region Punjab ihr Hab und Gut zu verlieren.

Sammelzentren extrem überlastet

Brian Kelly von der Internationalen Organisation für Migration berichtete von Tausenden «spontanen Siedlungen an den Strassenrändern», die verzweifelte Pakistaner in den vergangenen Tagen provisorisch aufgebaut hätten. Die offizielle Sammelzentren seien mittlerweile «extrem überlastet». In Zusammenarbeit mit dem UNO-Flüchtlingshilfswerk seien bis zu 30'000 Zelte verteilt worden.

Alarmierend bleibt die Lage auch nach Beobachtungen des UNO- Kinderhilfswerks UNICEF. Mitarbeiter Oscar Butragueño sprach von einer raschen Ausbreitung von Infektionen durch verschmutztes Wasser, besonders Kinder seien gefährdet. Das Welternährungsprogramm der UNO startete am Donnerstag im stark betroffenen im Swat-Tal im äussersten Norden Pakistans eine weitere Luftbrücke mit Helikoptern. (jak/sda)

Erstellt: 05.08.2010, 13:12 Uhr

Google Map

Artikel zum Thema

In Pakistan bricht Cholera aus

In den Flutgebieten meldet das Rote Kreuz das Ausbreiten der Seuche. Die UNO spricht von 1,4 Millionen Kindern, die von Krankheiten bedroht sind. Mehr...

Warum alle den Flutopfern helfen wollen

Mit Hilfsgütern umwerben die USA, China und Islamisten die von der Flut betroffenen Menschen. Beim karitativen Einsatz geht es um Macht und politischen Einfluss in Pakistan. Mehr...

Abo

Das digitale Monatsabo für Leser.

Nutzen Sie den «Bund» digital ohne Einschränkungen. Für nur CHF 32.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Blogs

Geldblog Die Batterie ist heiss

KulturStattBern «Voi ma non poi»

Paid Post

«Erotik und nichts anderes»

Aus Umfragen ergibt sich einstimmig: Immer mehr Frauen wollen eine spontane, erotische Erfahrung mit einem Fremden erleben.

Die Welt in Bildern

Die Ruhe weg: EIn Blauschaf betrachtet den Betrachter im Uoo von Moskau, Russland. (17. August 2017)
(Bild: Yuri Kochetkov/EPA) Mehr...