Zum Hauptinhalt springen

TV-Reportage von 2005 zeigt Terrorverdächtigen

Wie der junge Chérif Kouachi mit radikalislamischen Kreisen in Kontakt kam.

Chérif Kouachi: Einer der beiden Brüder, die für den Terroranschlag von Paris verantwortlich gemacht werden. Ein Vereinsvideo zeigt ihn bei einer Rap-Performance.
Chérif Kouachi: Einer der beiden Brüder, die für den Terroranschlag von Paris verantwortlich gemacht werden. Ein Vereinsvideo zeigt ihn bei einer Rap-Performance.
Screenshot Youtube

Einer der beiden mutmasslichen Täter beim Anschlag auf «Charlie Hebdo», Chérif Kouachi, nach dem zurzeit noch gefahndet wird, ist kein Unbekannter. Der Franzose algerischer Abstammung war nach seiner Verhaftung 2005 im Umfeld islamistischer Kreise in einem Fernsehbeitrag von France 3 zu sehen, der diese Szene ausleuchtete.

Die Sendung «Pièces à conviction» strahlte im September 2005 eine Folge aus mit dem Thema «Terrorismus – die neue Bedrohung» (Link zum Youtube-Video). In Ausschnitten eines Vereinsvideos ist ein junger Chérif Kouachi zu sehen, das Material zeigt ihn zusammen mit Freunden und bei einer Rap-Performance. Mit Aussagen aus Vernehmungen schildert der Beitrag die Begegnung des damals 22-Jährigen mit dem Radikalislamisten Farid Benyettou. Dieser trat damals als Anwerber für terroristische Gruppen im Irak in Erscheinung. Gemäss den französischen Behörden vermittelte er jungen Muslimen den Kontakt zu jihadistischen Netzwerken im Nahen Osten.

Treffen mit Waffenexperte

Die Operation flog nach Ermittlungen des Inlandgeheimdiensts DST auf. Chérif Kouachi wurde 2005 verhaftet und verhört. Gemäss «Pièces à conviction» schilderte Kouachi den Behörden seine Radikalisierung durch den selbsternannten Prediger Benyettou: Dieser habe ihm Texte gegeben, die die Wohltätigkeit von Selbstmordanschlägen beweisen würden: «Es steht in den Texten, dass es gut ist, als Märtyrer zu sterben.» Kouachi sagte später über Benyettou: «Er gab mir eine Rechtfertigung für meinen bevorstehenden Tod.»

Nach anfänglicher Angst habe Kouachi sich von der Sache überzeugen lassen. «Dank den Ratschlägen Farids verblassten meine Zweifel», gab er später zu Protokoll. Er habe begonnen, sich auf den Jihad vorzubereiten, allerdings amateurhaft. Gemäss eigenen Aussagen mit Jogging und einem Treffen, bei dem ihm ein «Waffenexperte» die Handhabung einer Kalaschnikow erklärt habe. Vor seiner geplanten Abreise wurde er jedoch verhaftet, wie auch Farid Benyettou.

Während seiner Haft korrespondierte Kouachi mit einem Sozialarbeiter und zeigte sich in E-Mails reuig. Er habe sich auf eine Sache eingelassen, die er nicht durchschaut habe, und sei froh, nicht abgereist zu sein. Er sei hereingelegt worden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch