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«Wir werden den IS zerstören»

US-Präsident Barack Obama sagt radikalen Islamisten den «entschlossenen» Kampf an. Die Bluttat in San Bernardino bezeichnet er als «Terrorakt».

«Washington wird Islamisten überall aufspüren und verfolgen»: US-Präsident Barack Obama im Oval Office. (6. Dezember 2015)
«Washington wird Islamisten überall aufspüren und verfolgen»: US-Präsident Barack Obama im Oval Office. (6. Dezember 2015)
Saul Loeb, AFP
Der IS spreche «nicht im Namen des Islams», sagt Obama. (6. Dezember 2015)
Der IS spreche «nicht im Namen des Islams», sagt Obama. (6. Dezember 2015)
Saul Loeb, AFP
Das Paar kam bei einer anschliessenden Verfolgungsjagd ums Leben. In der Wohnung der beiden wurde ein großes Waffenarsenal gefunden, darunter 5000 Schuss Munition und zwölf Rohrbomben.
Das Paar kam bei einer anschliessenden Verfolgungsjagd ums Leben. In der Wohnung der beiden wurde ein großes Waffenarsenal gefunden, darunter 5000 Schuss Munition und zwölf Rohrbomben.
Keystone
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Nach dem Anschlag mit 14 Toten im kalifornischen San Bernardino hat US-Präsident Barack Obama der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und anderen gewaltbereiten Islamisten den Kampf angesagt. «Wir werden den IS zerstören», sagte Obama am späten Sonntag in einer vom Fernsehen übertragenen Rede an die Nation. Der Vater des Attentäters Syed Farook gab indes an, dass sein Sohn der IS-Ideologie nahegestanden habe.

«Die Bedrohung durch den Terrorismus ist real, aber wir werden sie überwinden», sagte Obama in seiner Ansprache. Die USA würden «den IS und jede andere Organisation, die uns schaden will, zerstören». Washington werde Extremisten überall in der Welt aufspüren und verfolgen. «Unser Militär wird Terrorplaner in jedem Land jagen, in dem dies nötig ist», sagte Obama.

«Terrorakt in San Bernardino»

Die Bluttat in San Bernardino bezeichnete Obama als «Terrorakt». Das Täterpaar habe «Angriffswaffen, Munition und Rohrbomben gehortet», sei «den dunklen Weg der Radikalisierung gegangen» und einer «verdrehten Interpretation des Islams» gefolgt. Zugleich forderte der US-Präsident erneut schärfere Waffengesetze. Ausserdem rief er US-Technologieunternehmen auf, den Kampf gegen Extremisten zu unterstützen.

(Video: Youtube/The White House)

Der IS spreche «nicht im Namen des Islams», seine Anhänger seien «Gauner und Mörder», sagte Obama weiter. Muslime müssten sich dessen «extremistischer Ideologie widersetzen». Zugleich versicherte Obama, dass sich die USA nicht in einen Bodenkrieg in Syrien oder im Irak hineinziehen lassen würden. In beiden Ländern bekämpft Washington den IS gemeinsam mit internationalen Partnern aus der Luft.

«Ich weiss, dass sich viele Amerikaner nach so viel Krieg fragen, ob wir mit einem Krebsgeschwür konfrontiert sind, für das es kein sofortiges Heilmittel gibt», sagte Obama. «Die Bedrohung durch Terrorismus ist real, aber wir werden sie überwinden.»

Oval Office als Werkzeug

Hinter einem Pult stehend redete er insgesamt 13 Minuten lang. Nur selten nutzt er das Oval Office als Werkzeug, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen. Dies und seine Entscheidung, zur besten Sendezeit in den USA zu sprechen, spiegelt die Sorge des Weissen Hauses wider, dass Obamas Botschaft nach den jüngsten Anschlägen in San Bernardino, Paris und anderswo inmitten eines hitzigen Wahlkampfes um seine Nachfolge nicht zum Volk durchgedrungen ist.

Seine Kritiker dürften nach der Ansprache wahrscheinlich aber nicht zufriedengestellt sein. Signifikante Veränderungen hinsichtlich der US-Strategie gegen die Terrormiliz Islamischer Staat oder gar neue politische Rezepte nannte er nicht. Dies unterstreicht sein Vertrauen in das bisherige Vorgehen, gleichzeitig aber auch den Mangel an Optionen, um Herr über die Terroristen zu werden.

Der republikanische Vorsitzende im Repräsentantenhaus, Paul Ryan, nannte die Rede des Präsidenten «einen halbherzigen Versuch, eine gescheiterte Politik zu verteidigen und von ihr abzulenken».

Dem IS die Treue geschworen

In San Bernardino bei Los Angeles hatte der 28-jährige Syed Farook, ein pakistanischstämmiger US-Bürger, zusammen mit seiner pakistanischen Ehefrau Tashfeen Malik am Mittwoch eine Weihnachtsfeier einer Sozialeinrichtung gestürmt. Das Paar tötete 14 Menschen und verletzte 21 weitere, bevor es von der Polizei erschossen wurde.

Die 29-jährige Malik soll vorher der IS-Miliz auf Facebook die Treue geschworen haben, ihr Mann soll früher Kontakt zu islamistischen Extremisten gehabt haben. Der IS pries die beiden Attentäter als seine «Soldaten», doch sieht das Weisse Haus die Angreifer nicht als Teil einer grösseren «Terrorzelle».

Farooks Vater, der mit Vornamen auch Syed heisst, sagte der italienischen Tageszeitung «La Stampa», sein Sohn habe den Ideen des IS nahegestanden und sei davon «besessen» gewesen, Israel zu bekämpfen. Er selbst habe dem Sohn ihm immer gesagt, dass er dies nicht tun müsse, weil Israel aus geostrategischen Gründen «in zwei Jahren nicht mehr existieren» werde.

Sohn mit Pistole gesehen

Als Jugendlicher sei Farook nie zu Partys gegangen, sagte der Vater weiter. Der Sohn habe stets gesagt, «dass ein guter Muslim nur seine eigene Frau tanzen sehen darf». Einmal habe er seinen Sohn mit einer Pistole in der Hand gesehen, sagte der Vater. Er sei darüber sehr ärgerlich gewesen.

Farook und seine Ehefrau hatten laut FBI ihre Bluttat umfassend geplant. In der Wohnung der beiden wurde ein grosses Waffenarsenal gefunden, darunter 5000 Schuss Munition und zwölf Rohrbomben. Die Anwälte der Familie beschrieben das Ehepaar als strenggläubige Muslime, bei denen es aber keinen Hinweis auf eine Radikalisierung gegeben habe.

AFP/AP/chk

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