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«Wir brauchen in Bolivien keine US-Botschaft»

Der bolivianische Präsident Evo Morales erwägt die Schliessung der US-Vertretung in seinem Land. Er reagiert damit auf seine Odyssee im europäischen Luftraum, für die er die USA verantwortlich macht.

Gemeinsam gegen die USA: Evo Morales (links) und Nicolás Maduro in Cochacamba. (5. Juli 2013)
Gemeinsam gegen die USA: Evo Morales (links) und Nicolás Maduro in Cochacamba. (5. Juli 2013)
AFP
«Das war eine offene Provokation» Evo Morales wird auf dem Flughafen von La Paz mit Blütenblättern beworfen. (3. Juli 2013)
«Das war eine offene Provokation» Evo Morales wird auf dem Flughafen von La Paz mit Blütenblättern beworfen. (3. Juli 2013)
AFP
Grosser Ärger: Boliviens Verteidigungsminister Ruben Saavedra Soto (links) und Präsident Evo Morales (hinten) bei einer Pressekonferenz im Flughafen von Wien. (2. Juli 2013)
Grosser Ärger: Boliviens Verteidigungsminister Ruben Saavedra Soto (links) und Präsident Evo Morales (hinten) bei einer Pressekonferenz im Flughafen von Wien. (2. Juli 2013)
EPA/Helmut Fohringer
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Nach seiner Odyssee im europäischen Luftraum erwägt der bolivianische Präsident Evo Morales die Schliessung der US-Botschaft in seinem Land. Er warf am Rande eines Sondertreffens mit fünf anderen lateinamerikanischen Präsidenten am Donnerstag in Cochabamba den USA erneut vor, die Sperrung des Luftraums mehrerer europäischer Länder für seine Präsidentenmaschine veranlasst zu haben, die aus Moskau kam.

Der in Moskau im Transitbereich eines Flughafens festsitzende ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden wurde darin vermutet, nachdem Morales in der russischen Hauptstadt gesagt hätte, er würde einen Asylantrag Snowdens prüfen lassen.

Morales hat «volle Unterstützung»

Der unplanmässige Zwischenstopp in Wien hat in Lateinamerika Empörung ausgelöst und belastet auch die Beziehungen zu Europa. Morales sagte, er habe sich mit der Spitze seiner Partei getroffen und über das künftige Vorgehen beraten. «Wenn notwendig, werden wir die Botschaft der Vereinigten Staaten schliessen», sagte er. «Wir brauchen die Botschaft der Vereinigten Staaten nicht.»

In Cochacamba versammelten sich die Präsidenten Argentiniens, Ecuadors, Uruguays und Venezuelas. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa sagte im Namen aller Teilnehmer, sie hätten Morales ihre «volle Unterstützung» zugesagt.

«Entschuldigungen sind nicht genug»

Die argentinische Präsidentin Christina Fernandez betonte, den Lateinamerikanern sei die Freiheit nach den Unabhängigkeitskämpfen von europäischen Kolonialmächten im 19. Jahrhundert und den von den USA im 20. Jahrhundert unterstützten autoritären Regimen ein hohes Gut. Sie verlangte eine Entschuldigung für den Zwischenfall mit der bolivianischen Präsidentenmaschine. «Ich bitte jene, die gegen das Recht verstossen haben, in einer ruhigen aber ernsten Weise, sich für die gemachten Fehler zu entschuldigen,» sagte Fernandez. «Das ist das Mindeste, was sie tun können.»

Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro protestierte gegen Versuche spanischer Diplomaten, die bolivianische Präsidentenmaschine nach Snowden zu durchsuchen. Frankreich hat sich inzwischen offiziell bei Bolivien entschuldigt.

Morales sagte: «Entschuldigungen sind nicht genug, weil der Standpunkt ist, dass internationale Abkommen respektiert werden müssen.» Bolivien will die Botschafter Frankreichs, Italiens und Portugals einbestellen, um Erklärungen zu verlangen, hiess es.

AP/chk

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