US-Drogenkrise – Trump verhängt Gesundheitsnotstand

Der US-Präsident sagt dem Opioid-Missbrauch in seinem Land den Kampf an. Zusätzliche Mittel will er trotzdem nicht zur Verfügung stellen.

Drogenkrise in den USA: In einer Ansprache im Weissen Haus rief Trump den Gesundheitsnotstand aus. Video: Tamedia/AP

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US-Präsident Donald Trump hat angesichts eines massenhaften Missbrauchs von Heroin und anderen Opioiden in den USA einen nationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Es handle sich um die schlimmste Drogenkrise in der amerikanischen Geschichte, sagte er am Donnerstag.

Es sei an der Zeit, Amerikas Gemeinden von der Geissel der Sucht zu befreien. «Wir können die Generation sein, die die Opioid-Epidemie beendet», sagte Trump im Weissen Haus in Washington. «Wir bekämpfen die Drogen an allen Fronten».

Kein zusätzliches Geld

Zusätzliches Geld wird mit der Massnahme allerdings nicht zur Verfügung gestellt. Stattdessen sollen Mittel aus bestehenden Töpfen umgeschichtet werden und besonders schlimm betroffene Bundesstaaten mehr Spielraum bekommen. Das Gesundheitsministerium will zudem Stellen schneller besetzen, um Staaten personell zu unterstützen. Manche Experten erklärten, die Schritte gingen nicht weit genug.

Die derzeit für den Gesundheitsnotstand zur Verfügung stehenden Mittel betragen nur ungefähr 57'000 Dollar. Man sei aber darum bemüht, zusammen mit dem Kongress bis zum Jahresende ein zusätzliches Finanzierungspaket auszuhandeln, teilten Mitglieder der Trump-Regierung laut BBC mit.

Immer mehr Drogentote

Die USA kämpfen seit einigen Jahren mit einem verheerenden Anstieg der Drogentoten - vor allem durch Heroin und andere Opioide. Jeden Tag sterben nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC im Schnitt 91 Menschen an einer Opioid-Überdosis. Dazu gehören auch Mittel, die als Medikamente eingesetzt werden.

Im Jahr 2015 gab es insgesamt rund 52'000 Drogentote, 33'000 von ihnen hatten Opioide genommen. Nach vorläufigen Angaben stiegen die Zahlen 2016 weiter an.

In die Heroinsucht gerutscht

Viele Abhängige in den USA sind über verschreibungspflichtige Schmerzmittel wie Oxycodon in die Heroinsucht gerutscht. Seit den 1990er Jahren wurden die Medikamente sehr freizügig verschrieben. Studien hatten Hinweise geliefert, dass die Suchtgefahr gar nicht so gross sei. Das ist inzwischen widerlegt.

Trump hatte ursprünglich gesagt, er wolle angesichts des dramatischen Ausmasses der Opioid-Epidemie den nationalen Katastrophenfall ausrufen. Mit diesem Schritt hätten die Bundesstaaten Mittel von der Katastrophenschutzbehörde Fema bekommen können.

Dauer von 90 Tagen

Das galt aber als umstritten, weil das Geld eigentlich für schwere Naturkatastrophen oder Grippe-Epidemien vorgesehen ist. Die Mittel von Fema seien nach den Hurrikanen der vergangenen Wochen fast aufgebraucht, erklärten mehrere Regierungsvertreter vor Trumps Rede am Donnerstag.

Die Notstandserklärung gilt nach Angaben aus dem Weissen Haus für 90 Tage. Danach kann sie verlängert werden.

Trump trinkt und raucht nicht

Trump wurde in seiner Rede am Donnerstag persönlich, als er über seinen toten Bruder Fred sprach. «Er hatte ein Problem mit Alkohol», sagte der 71-Jährige. «Er hat mir ständig gesagt: Trink nicht!» Bis zum heutigen Tag habe er deswegen kein Glas Alkohol angerührt und keine Zigarette geraucht. Fred Trump war 1981 gestorben.

Vor dem Präsidenten sprach seine Ehefrau Melania über die Krise. Die First Lady hatte sich in den vergangenen Wochen mit Betroffenen und Angehörigen getroffen. Sucht sei etwas, was jeden treffen könne, erklärte sie. Kein Staat, keine demografische Gruppe werde von der Drogenepidemie verschont.

(chi/sda)

Erstellt: 26.10.2017, 20:52 Uhr

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