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Wie menschliches Versagen verhindert werden soll

Die USA stellten neue Sicherheitsregeln für Tiefseebohrungen auf. Eine bessere Ausbildung der Arbeiter soll unter anderem helfen, möglichen Öl-Katastrophen vorzubeugen.

Am 2. Mai kommt US-Präsident Barack Obama in die Unglücksregion, um sich selber ein Bild zu machen.
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Reuters
Shrimpboat-Kapitäne versuchen verzweifelt, den Schaden für ihre Fanggründe einzudämmen.
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Reuters
18. Februar 2011: BP kritisiert den Verwalter des Entschädigungsfonds Kenneth Feinberg. Die künftigen Schadenersatzforderungen seien zu hoch angesetzt.
18. Februar 2011: BP kritisiert den Verwalter des Entschädigungsfonds Kenneth Feinberg. Die künftigen Schadenersatzforderungen seien zu hoch angesetzt.
Keystone
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Als Konsequenz der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko haben die USA neue Vorschriften verkündet, um Tiefseebohrungen nach Gas und Öl künftig sicherer zu machen. Die neuen Regeln sollen das Risiko technischer Pannen und menschlicher Fehler deutlich mindern, sagte Innenminister Ken Salazar am Donnerstag. Nach Angaben der Aufsichtsbehörde BOEM werden weitere Reformen folgen.

Laut Salazar sehen die Regeln unter anderem schärfere sicherheitstechnische Auflagen und Kontrollen vor, um eine Explosion von Bohrleitungen zu verhindern. Zum anderen sollen Mitarbeiter auf Ölplattformen künftig besser ausgebildet sein, um Probleme zu erkennen und bei Unglücken angemessener zu reagieren.

Eine erste Konsequenz

Die Massnahmen sind eine erste Konsequenz der Explosion der BP-Ölplattform Deepwater Horizon im April, in deren Folge über Wochen rund 700 Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko flossen. Nach ersten Erkenntnissen hatte eine Mischung aus menschlichem Versagen, bautechnischen Mängeln und schlampigen Kontrollen zu der Katastrophe geführt.

Der Chef der für die Tiefseebohrungen zuständigen Aufsichtsbehörde BOEM, Michael Bromwich, kündigte eine umfassende Reform der bisherigen Regeln an. Ziel sei es, die Risiken bei Tiefseebohrungen zu reduzieren, sagte er. «Das sind wir der Öffentlichkeit schuldig».

Hohe Kosten für BP

Die Ölkatastrophe hat BP inzwischen bereits 11,2 Milliarden Dollar gekostet. Darin enthalten seien die Kosten für die Versiegelung des Lecks, die Säuberungen der Küsten und des Golfs sowie erste Entschädigungszahlungen, teilte der Konzern am Freitag mit – dem ersten Arbeitstag von Bob Dudley als neuem BP-Chef. Insgesamt rechnet BP mit Kosten von 32,2 Milliarden Dollar.

Nach Einschätzung unabhängiger Wissenschaftler befindet sich von dem ausgeflossenen Öl immer noch weitaus mehr im Golf von Mexiko als offiziell angegeben. Bei ihren Forschungen an Bord des Greenpeace-Schiffs Arctic Sunrise hätten sie auf einer Länge von 500 Kilometern und in einer Tiefe von 1000 Metern Öl- und Gasspuren entdeckt, teilte der Biochemiker Rainer Amon mit, der an der zehntägigen Expedition teilgenommen hatte. Besorgt äusserte er sich darüber, dass an den Stellen deutlicher Sauerstoffmangel im Wasser herrschte. Laut Greenpeace zeigt die Studie, dass das Öl entgegen der offiziellen Angaben «nicht verschwunden» ist. Die Umweltorganisation forderte weitere Studien zur Konzentration des verbliebenen Öls.

(AFP)

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