Zum Hauptinhalt springen

Weiner tritt wegen Cybersex-Affäre zurück

Der US-Abgeordnete Anthony Weiner geriet in die Schlagzeilen, weil er Frauen anzügliche Fotos von sich verschickte. Nun wurde der Druck auf den 47-Jährigen offenbar zu gross.

Nimmt den Hut: US-Kongressabgeordneter Anthony Weiner.
Nimmt den Hut: US-Kongressabgeordneter Anthony Weiner.
Reuters
«Ich habe gelogen... Ich habe schreckliche Fehler gemacht»: Anthony Weiner bei seinem Geständnis am Montag, 6. Juni in New York.
«Ich habe gelogen... Ich habe schreckliche Fehler gemacht»: Anthony Weiner bei seinem Geständnis am Montag, 6. Juni in New York.
Reuters
Insgesamt soll der Politiker mit sechs Frauen auf anzügliche Weise kommuniziert haben.
Insgesamt soll der Politiker mit sechs Frauen auf anzügliche Weise kommuniziert haben.
Reuters
1 / 4

Angesichts des wachsenden Drucks aus den eigenen Reihen tritt der mit einer Cybersex-Affäre in die Schlagzeilen geratene US-Abgeordnete Anthony Weiner zurück. Heute wollte der Politiker auf einer Pressekonferenz offiziell seinen Rücktritt erklären.

Weiner informierte die Fraktionschefin der Demokraten im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, über seine Entscheidung, wie es aus Parteikreisen hiess.

Weiner hatte eingeräumt, erotische Online-Kontakte mit mehreren Frauen gepflegt und anzügliche Fotos von sich verschickt zu haben. In den vergangenen Tagen war der Demokrat von ranghohen Parteifreunden zu einem Amtsverzicht gedrängt worden.

Verurteilung durch Obama

Auch Präsident Barack Obama hatte das Verhalten Weiners als «zutiefst unangemessen» bezeichnet und dem Abgeordneten den Rücktritt nahegelegt. Weiner hatte dies zunächst mit der Begründung abgelehnt, er habe die Frauen nie getroffen und überdies keine ausserehelichen Beziehungen gehabt.

Die Affäre war Ende Mai ins Rollen gekommen, als Weiner eine Nahaufnahme seiner eng anliegenden Unterhose mit Ausbeulung versehentlich über den Online-Kurznachrichtendienst Twitter ins Internet gestellt hatte.

Zuerst alles abestritten

Nachdem er die Vorwürfe zunächst eine Woche lang abgestritten und angebliche Hacker dafür verantwortlich gemacht hatte, gestand er dann auf einer Pressekonferenz unter Tränen ein, anzügliche Fotos ins Internet gestellt und mit sechs Frauen erotische E-Mails ausgetauscht zu haben.

Seitdem tauchten immer neue pikante Fotos und Einzelheiten auf. So sollen einige der Bilder im Fitnessstudio des Kongresses aufgenommen worden sein, ausserdem soll Weiner auch Online-Kontakte mit einer 17-Jährigen unterhalten haben.

Weiner ist mit einer Mitarbeiterin von Aussenministerin Hillary Clinton verheiratet, das Paar erwartet sein erstes Kind. Er galt als grosses Talent in seiner Partei und möglicher Kandidat für die Bürgermeisterwahlen in New York.

Bereuen auf Amerikanisch

Der 46-jährige Politiker hat sich nach eigenen Angaben in Therapie begeben, um ein «besserer Ehemann und ein gesünderer Mensch» zu werden.

Weiners Abgang hat eine Nachwahl in seinem New Yorker Wahlkreis zur Folge, der Teile von Brooklyn und Queens umfasst. Der Urnengang muss innerhalb von 30 bis 40 Tagen nach dem Rücktritt erfolgen.

SDA/mrs

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch