Warum Donald Trump plötzlich Salat isst

Um sein Herz zu schonen, ändert der US-Präsident seine Ernährung. Das ist bitter nötig.

Neben Leckerbissen wie Schweinefleisch am Stiel will Donald Trump angeblich vermehrt Grünes essen: Der US-Präsident während des Vorwahlkampfs. Foto: Win McNamee (Getty)

Neben Leckerbissen wie Schweinefleisch am Stiel will Donald Trump angeblich vermehrt Grünes essen: Der US-Präsident während des Vorwahlkampfs. Foto: Win McNamee (Getty)

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Die Tage, obschon länger und wärmer, bringen unweigerlich schlechte Nachrichten, und ihr Empfänger reagiert zusehends dünnhäutig auf sie. Montag war wieder mal ein rabenschwarzer Tag im Hause Trump. Denn es zirkulierten ernst zu nehmende Berichte in Washington, dass die Russlandaffäre dem Präsidenten immer näher rücke, was wiederum die schlechte Laune des Präsidenten samt seinen sich häufenden Wutausbrüchen erklärt.

Sonderermittler Mueller treibt den Blutdruck Trumps hoch, und der Präsident zieht die Konsequenzen: Der Wirtschaftsdienst «Bloomberg» meldete, Trump bleibe seiner Steinzeit-Diät von Steaks mit Ketchup und Hamburgern fern und esse «wenigstens manchmal» Salate. Man habe ihn seit geraumer Zeit nicht mit einem Big Mac gesehen, heisst es.

Das ist gut so. Denn täglich gibt es neue Aufreger, täglich echauffiert sich der Präsident, immerhin ein Mann von 71 Jahren und hart an der Grenze zur Fettsucht.

Twitter-Krieg mit Brennan

Auch am Montag explodierte Trump und warf wütend seine Twitter-Maschine an. Barack Obama habe ihn mithilfe der Russland-Ermittlungen «diskreditieren» wollen, «damit die betrügerische Hillary gewinnt», tippte er. Die Sache mit Mueller geht ihm verständlicherweise unter die Haut.

Nur Stunden später aber schlug Obamas CIA-Direktor John Brennan mit dem Vorschlaghammer brutal zurück: «Dieser Tweet ist ein prima Beispiel für Ihre Paranoia und die dauernde Falschinterpretation der Fakten sowie für Ihr Angstgefühl und Ihre Panik (mit Recht) wegen der Mueller-Untersuchung. Wann werden Ihre Freunde im Kongress und die 30 Prozent, die Sie noch immer unterstützen, endlich realisieren, dass Sie ein Scharlatan sind?», twitterte der Geheimdienstmann Richtung Trump.

Israels Premier Netanyahu besucht das Weisse Haus. Video: Reuters

Zu allem Überfluss wurde im weiteren Verlauf des Tages bekannt, dass die Kongressrepublikaner unter Führung von Sprecher Paul Ryan nichts von den Strafzöllen des Präsidenten halten und sie verhindern möchten. Wenn der Gegenwind so heftig bläst, ist jeder gut beraten, die Pumpe zu schonen, vom Cholesterin zu lassen und überhaupt abzunehmen.

Mehr Gelassenheit wäre vonnöten

Trump kann das nur durch eine Änderung der Diät bewerkstelligen, da der Präsident absolut nichts von Leibesübungen hält. Er vertritt eine interessante Theorie, wonach der Körper wie eine Batterie sei: Wie sie verfüge er nur über begrenzte Energie, und Gymnastik, Yoga und dergleichen verschleuderten diese Energie. Wahrscheinlich verdankt sich Trumps Abkehr von der Paleo-Diät dem Rat seines Hausarztes Ronny Jackson, ein Admiral, der Trump im Januar auf Herz und Nieren prüfte.

Die präsidialen Nieren waren sicherlich gut in Schuss, der Zustand des Herzens erregte hingegen Argwohn. Nicht vonseiten Dr. Jacksons, aber von amerikanischen Herzspezialisten, die sich das vom Admiral vorgelegte Zahlenwerk der präsidialen Pumpe anschauten – und erschraken. Tue sich nichts, trage Trump womöglich bald ein krankes Herz herum, befanden sie.

Nun also tut sich etwas, doch ist ungewiss, ob eine gesündere Diät allein ausreicht. Erforderlich wären wahrscheinlich mehr Zen sowie ein Schuss Heidegger'scher Gelassenheit bei gleichzeitiger Ausrangierung der Twitter-Maschine. Aber dazu wird es leider nicht kommen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 06.03.2018, 13:09 Uhr

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