Zum Hauptinhalt springen

US-Regierung will Migrantenkinder länger festhalten

Familien sollen nicht mehr getrennt, sondern gemeinsam eingesperrt werden. Doch nach wie vor sind 400 Kinder ohne Eltern inhaftiert.

Die US-Regierung will Kinder von Migranten auf unbestimmte Zeit inhaftieren können.
Die US-Regierung will Kinder von Migranten auf unbestimmte Zeit inhaftieren können.
Brendan McDermid, Reuters
Seit Mitte April haben die US-Behörden rund 2000 Kinder von ihren Eltern getrennt, die einen illegalen Grenzübertritt in die USA versucht hatten.
Seit Mitte April haben die US-Behörden rund 2000 Kinder von ihren Eltern getrennt, die einen illegalen Grenzübertritt in die USA versucht hatten.
AP Photo/Hans-Maximo Musielik, Keystone
Die Oppositionsführerin im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, nannte die Vorgehensweise «beschämend».
Die Oppositionsführerin im US-Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi, nannte die Vorgehensweise «beschämend».
AP Photo/John Minchillo, Keystone
1 / 14

Die US-Regierung will illegal ins Land gekommene Migrantenfamilien länger als bisher erlaubt festhalten. Einem am Donnerstag von den US-Ministerien für Gesundheit und Innere Sicherheit vorgelegten Änderungsvorschlag zufolge sollen die Familien so lange in Gewahrsam bleiben, bis ihr Verfahren abgeschlossen ist.

Bisher dürfen Kinder entsprechend eines Gerichtsurteils von 1997 nicht länger als 20 Tage inhaftiert werden.

Das Ministerium sprach von einem wichtigen Schritt, um die Kontrolle an der Grenze zurückzugewinnen. Die US-Ministerin für Innere Sicherheit Kirstjen Nielsen beklagte, heutzutage gebe es bei der Festsetzung illegaler Einwanderer noch rechtliche Schlupflöcher. Ziel sei es, Anreize für die illegale Migration zu beseitigen.

Haft auf unbestimmte Zeit

Im Zug der «Null-Toleranz»-Politik der US-Regierung hatten die Behörden in den vergangenen Monaten Migranten systematisch von ihren Kindern getrennt und die Kinder in separaten Lagern untergebracht. Nach einer Welle der Empörung stoppte Präsident Donald Trump die Familientrennungen im Juni. Die Trump-Regierung kündigte an, die Migrantenfamilien stattdessen auf unbegrenzte Zeit gemeinsam einsperren und das Gerichtsurteil von 1997 zur 20-Tage-Frist für Kinder anfechten zu wollen.

Obwohl die meisten Migrantenfamilien zuletzt wieder vereint wurden, sind noch immer rund 400 Kinder von ihren Eltern getrennt inhaftiert.

Die Szene trug sich am Dienstag, 12. Juni 2018, im Grenzort McAllen in Texas zu und wurde von Getty-Fotograf John Moore festgehalten, der seit nunmehr zehn Jahren über die Migrationsströme aus Lateinamerika in die USA berichtet.
Die Szene trug sich am Dienstag, 12. Juni 2018, im Grenzort McAllen in Texas zu und wurde von Getty-Fotograf John Moore festgehalten, der seit nunmehr zehn Jahren über die Migrationsströme aus Lateinamerika in die USA berichtet.
John Moore/Getty Images, AFP
Auf der Nordseite des Flusses versammelte die Grenzwache die Migranten und nahm ihre Namen auf.
Auf der Nordseite des Flusses versammelte die Grenzwache die Migranten und nahm ihre Namen auf.
John Moore/Getty Images, AFP
Was mit der Mutter und ihrem Kind passiert ist, war zunächst unklar. Mittlerweile ist bekannt, dass sie nicht getrennt wurden.
Was mit der Mutter und ihrem Kind passiert ist, war zunächst unklar. Mittlerweile ist bekannt, dass sie nicht getrennt wurden.
John Moore/Getty Images, AFP
1 / 6

SDA/oli

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch