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US-Botschafter stellt sich der Gewalt in Syrien

Barack Obama entsendet seinen syrischen Botschafter zurück nach Damaskus. Mit gewagten Aktionen brachte sich Robert Ford vor seinem Abzug im Oktober bereits mehrmals in Lebensgefahr.

Dem syrischen Diktator Assad schon mehrfach die Stirn geboten: Robert Ford.
Dem syrischen Diktator Assad schon mehrfach die Stirn geboten: Robert Ford.
Keystone

Die USA schicken nach Angaben aus Regierungskreisen ihren im Oktober aus Sicherheitsgründen zurückbeorderten Botschafter wieder nach Syrien. Botschafter Robert Ford werde noch in diesen Tagen zurückkehren, sagte ein Gewährsmann in Washington.

Die Regierung hatte argumentiert, dass seine Anwesenheit in Syrien wichtig sei, um die politischen Ziele der USA weiter voran zu treiben und als Zeuge der dortigen Gewalt zu fungieren. Syrien hatte damals mit der Abberufung seines Botschafters reagiert.

Symbolischen Charakter

Die Anwesenheit Fords im Land hatte nicht zuletzt symbolischen Charakter für die Politik der Regierung unter Präsident Barack Obama.

Ford hatte Syrien Ende Oktober verlassen, weil er dort um seine Sicherheit fürchtete. Er hatte der syrischen Führung unter Staatschef Baschar al-Assad zuvor mehrfach deutlich die Stirn geboten und die brutale Unterdrückung der Oppositionsbewegung offen kritisiert.

So reiste er etwa in die Stadt Hama, eines der Zentren des Volksprotests. Unterstützer der syrischen Regierung versuchten daraufhin, Ford zu attackieren.

Assad gab unterdessen dem US-Sender ABC News ein Interview, in dem er nach der Unterdrückung der Proteste sowie nach dem jüngsten UNO-Bericht befragt wurde, wonach seit Beginn der Demonstrationen Mitte März 4000 Menschen getötet wurden. Die UNO nennt Opferzahlen, sofern sie über Namen und Angaben der Todesumstände verfügt. ABC News strahlt das Interview am Mittwoch aus.

Russischer Flugzeugträger vor Syrien

Russland setzte seinen Flugzeugträger «Admiral Kusnezow» und weitere schwere Kriegsschiffe zu einer Übung Richtung Syrien in Gang. Die Schiffe sollen im Mittelmeer an einem internationalen Manöver teilnehmen und auch in die russische Militärbasis Tartus in Syrien einlaufen.

Das sagte ein Sprecher der russischen Nordflotte gestern der Agentur Interfax. Russische Medien hatten berichtet, Moskau wolle damit im Syrien-Konflikt eine Drohkulisse gegenüber der Nato aufbauen.

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte nur, dass die «Admiral Kusnezow» in Tartus Proviant und Treibstoff aufnehmen solle. Ein Marinesprecher sagte, die Fahrt sei schon vor langer Zeit geplant und habe keinerlei Verbindung zum Aufstand in Syrien.

Kämpfe an türkisch-syrischer Grenze

Unterdessen kam es gestern an der türkisch-syrischen Grenze zu Zusammenstössen zwischen Sicherheitskräften und Regierungsgegnern. Soldaten hätten den Versuch von rund 35 «bewaffneten Terroristen» zurückgeschlagen, von der Türkei aus über die Grenze zu gelangen, meldete die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana.

Laut dem Bericht wurden bei dem Zusammenstoss Angreifer verletzt. Sie seien auf türkisches Gebiet geflohen und dort von der Armee versorgt worden.

Auf türkischer Seite befindet sich der Kopf einer wachsenden Gruppe von Überläufern aus den syrischen Streitkräften. Es wird angenommen, dass die Gruppe Waffen und Kämpfer über die Grenze ins Land schleust. Seit dem Beginn des Aufstands vor neun Monaten sind tausende Syrer in das Nachbarland geflüchtet.

Massenexekution

Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter teilte in der Nacht auf Dienstag mit, in der Stadt Homs habe ein Aktivist in einem vorwiegend von Aleviten bewohnten Viertel auf einem Platz 34 Leichen liegen sehen.

Bei den Getöteten soll es sich um sunnitische Zivilisten handeln, die wenige Stunden zuvor von Angehörigen der regimetreuen Schabiha- Miliz aus den «Vierteln der Revolutionäre» verschleppt worden waren.

Am Montag sollen landesweit 50 Menschen von Angehörigen der Sicherheitskräfte und der Milizen getötet worden sein, die meisten von ihnen in Homs.

SDA/mrs

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