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US-Botschaften bleiben länger geschlossen

Die USA sehen die Terrorgefahr noch nicht gebannt: In 19 Städten der islamischen Welt bleiben ihre diplomatischen Vertretungen bis zum Wochenende geschlossen. Hintergrund sind abgefangene Nachrichten von Al-Qaida-Terroristen.

Der Jemen hat laut eigenen Angaben einen grossen Plan der al-Qaida aufgedeckt: Ein Polizist durchsucht ein Auto auf einer Zufahrtsstrasse in die jemenitische Hauptstadt Sanaa. (7. August 2013)
Der Jemen hat laut eigenen Angaben einen grossen Plan der al-Qaida aufgedeckt: Ein Polizist durchsucht ein Auto auf einer Zufahrtsstrasse in die jemenitische Hauptstadt Sanaa. (7. August 2013)
Khaled Abdullah, Reuters
Enorme Sicherheitsvorkehrungen: In der Hauptstadt Sanaa seien Hunderte gepanzerte Fahrzeuge in Stellung gebracht worden, berichtet die BBC: Ein Polizeifahrzeug sichert eine Strasse, die zur US-Botschaft führt. (6. August 2013)
Enorme Sicherheitsvorkehrungen: In der Hauptstadt Sanaa seien Hunderte gepanzerte Fahrzeuge in Stellung gebracht worden, berichtet die BBC: Ein Polizeifahrzeug sichert eine Strasse, die zur US-Botschaft führt. (6. August 2013)
Hani Mohammed, Keystone
In Alarmbereitschaft: Ein Polizist wartet in der Nähe der britischen Botschaft in Sanaa. (3. August 2013)
In Alarmbereitschaft: Ein Polizist wartet in der Nähe der britischen Botschaft in Sanaa. (3. August 2013)
Reuters
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Wegen Terrorgefahr halten die USA weltweit 19 Botschaften und Konsulate bis zum Samstag geschlossen. Die meisten Vertretungen liegen in der islamischen Welt und vier in Afrika, wie das Aussenministerium mitteilte. Hintergrund sind Hinweise auf Anschlagspläne des islamistischen Terrornetzwerks Al-Qaida. US-Geheimdienste haben nach Angaben der Regierung verdächtige Nachrichten abgefangen, die teils konkrete Daten enthielten.

Das US-Aussenministerium erklärte, es gehe um den Schutz von Mitarbeitern und Besuchern, deshalb sei «höchste Vorsicht» geboten. Bis mindestens zum 10. August schliessen die USA deshalb diplomatische Einrichtungen in Ägypten, Jordanien, Libyen, Jemen, Saudiarabien, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain, Sudan, Oman und Dschibuti. In Afrika bleiben darüber hinaus die Vertretungen in Burundi, Ruanda, Madagaskar und Mauritius gesperrt.

Botschaft in Jemen im Fokus

Heute wieder geöffnet werden dagegen die Vertretungen in Bagdad, Irbil und Basra im Irak sowie Kabul, Herat und Masar-i-Scharif in Afghanistan. Ausserdem werden die Vertretungen in Algerien, Mauretanien und Bangladesh geöffnet.

US-Generalstabschef Martin Dempsey hatte von einer konkrete Terrorgefahr berichtet, die US-Geheimdienste aus abgefangenen Nachrichten von Al-Qaida herauslesen. Besonderes Augenmerk galt am Wochenende der Botschaft in Jemen. Dort ist die Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel aktiv, aus Sicht der USA eine der gefährlichsten Gruppen des Terrornetzwerks.

Das US-Aussenministerium hat darüber hinaus eine globale Reisewarnung an alle US-Bürger bis Ende August ausgesprochen und davor gewarnt, Al-Qaida und ihre Verbündeten könnten Anschläge auf staatliche oder private US-Einrichtungen planen.

«Enormer Umfang»

Der republikanische Senator und Geheimdienstexperte Saxby Chambliss sagte im Fernsehsender NBC, die aktuellen Geheimdienstinformationen erinnerten sehr stark an das, was die US-Dienste vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 abgefangen hätten. Die US-Regierung habe darauf reagiert.

Generalstabschef Dempsey sagte in einem ABC-Interview, die gegenwärtigen Drohungen seien gezielter als frühere. Es gebe die Absicht, westliche Ziele anzugreifen, nicht nur amerikanische. Der republikanische Abgeordnete und Geheimdienstexperte Pete King sagte ebenfalls auf ABC: «Die Drohung war klar mit Blick auf einen enormen Umfang. Und es wurden auch Daten genannt.»

Der demokratische Abgeordnete Dutch Ruppersberger ergänzte, abgefangene Terrordrohungen seien von «hochrangigen Personen der Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel» ausgegangen und hätten mit einem «grossen Anschlag» zu tun gehabt. Details nannte auch er nicht, verwies aber auf einen von Interpol herausgegebenen weltweiten Sicherheitsalarm, der auf Gefängnisausbrüche mit mutmasslicher Al-Qaida-Beteiligung in Irak, Libyen und Pakistan basierte.

Bald endet der Ramadan

Der Abgeordnete Adam Schiff, Mitglied des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses, sagte, die Breite der Botschaftsschliessungen deute darauf hin, dass die US-Behörden eine Wiederholung der Unruhen und Angriffe auf US-Botschaften im vergangenen Jahr wie im libyschen Bengasi befürchteten. Damals waren vier Amerikaner getötet worden. Schiff verwies ausdrücklich auf das nahende Ende des Fastenmonats Ramadan als weiteren Gefahrenpunkt.

Er bekräftigte aber zugleich seine Kritik an den umfassenden Spähprogrammen des Geheimdienstes NSA. Nichts deute darauf hin, dass die jüngsten Terrorwarnungen Ergebnis der umstrittenen Überwachung von Internet und Telefonverkehr in den USA selbst seien.

sda/AP/rub/chk

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