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USA und Japan einigen sich auf Raketenabwehrsystem

Um gegen die von Nordkorea ausgehende Bedrohung gewappnet zu sein, planen die USA und Japan ein neues Raketenabwehrsystem. Es richte sich jedoch nicht gegen China, wird betont.

Bereits bestehendes Herzstück der Raketenabwehr in Asien: Seebasiertes X-Band-Radar der US-Streitkräfte (hier im Golf von Mexiko). (Archivbild)
Bereits bestehendes Herzstück der Raketenabwehr in Asien: Seebasiertes X-Band-Radar der US-Streitkräfte (hier im Golf von Mexiko). (Archivbild)
Keystone

Die USA verstärken ihre Raketenabwehr in Japan. Die beiden Länder hätten sich darauf verständigt, einen zweiten Radarschirm auf japanischem Territorium zu errichten, sagte der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta heute in Tokio. Ziel sei es, besser auf eine Bedrohung durch ballistische Raketen aus Nordkorea reagieren zu können.

Seit dem fehlgeschlagenen Raketentest im April blickt die ganze Region mit Sorge auf Nordkoreas Pläne und den Machthunger des Landes. Die Ankündigung fällt in eine Zeit, in der sich die Spannungen zwischen Japan und China, einem Unterstützer Nordkoreas, wegen des Streits um eine von beiden Seiten beanspruchte unbewohnte Inselgruppe im Ostchinesischen Meer massiv zugespitzt haben. Langfristig wollen die USA jedoch wohl auch China im Auge behalten. Das System richte sich jedoch nicht gegen China, betonten Regierungsbeamte. Über den genauen Stationierungsort wurde noch nicht entschieden.

«Im Interesse aller »

Japans Aussenminister Koichiro Gemba sagte heute, das Thema sei bei seinem Treffen mit Panetta zwar nicht angesprochen worden. Beide Länder seien sich aber einig, dass auch im Falle der Inseln der japanisch-amerikanische Sicherheitspakt greife. Panetta sagte, er gehe davon aus, dass der Streit um die Inseln friedlich gelöst werde. Gute Beziehungen zwischen Japan und China lägen «im Interesse aller».

Die japanische Regierung hatte trotz eindringlicher Warnungen der chinesischen Staatsführung die Inseln den privaten Besitzern jüngst abgekauft. Die Inseln liegen in fischreichen Gewässern, zudem werden umfangreiche Gasvorkommen unter dem Ozean vermutet.

«Passend zur Verteidigungsstrategie»

Der Ausbau des Raketenabwehrsystems in Asien war geplant: Die permanente stationäre Überwachungsanlage wird mit einem X-Band-Radar kombiniert, das bereits seit 2006 in der nördlichen japanischen Präfektur Aomori in Betrieb ist. Dadurch wird der Sensorbereich erheblich ausgeweitet.

Die Pläne zur Verstärkung der Raketenabwehr passen zur Verteidigungsstrategie von Präsident Barack Obama, die er Anfang Jahr präsentierte. Die USA verlagern einen Grossteil der Streitkräfte vom europäischen Raum in den Pazifik. Grund ist das massive Aufrüsten der See- und Luftstreitkräfte Chinas.

dapd/rbi

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