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USA erwarten mit Spannung Obamas Afghanistan-Rede

Morgen muss US-Präsident konkret werden und dem Kongress erklären, wie der Abzug aus Afghanistan verlaufen soll. Eine Frage steht dabei im Vordergrund.

Welchen Weg wird er gehen? Barack Obama mit seinem Vize Joe Biden bei einem Truppenbesuch im Bundesstaat Kentucky. (6. Mai 2011)
Welchen Weg wird er gehen? Barack Obama mit seinem Vize Joe Biden bei einem Truppenbesuch im Bundesstaat Kentucky. (6. Mai 2011)
Reuters

Präsident Barack Obama wird die USA morgen einem Abzug aus Afghanistan einen Schritt näher bringen. In einer Rede in Washington soll er Einzelheiten der Pläne vorstellen, die für Tausende US-Soldaten ab dem kommenden Monat die Rückkehr in die Heimat bedeuten. Dabei werde es nicht nur um den Abzug im Juli, sondern um die gesamte schrittweise Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen bis 2014 gehen, hiess es vorab aus dem Weissen Haus.

Der Oberkommandierende der US- und Nato-Truppen in Afghanistan, General David Petraeus, hatte Obama in der vergangenen Woche eine Reihe von möglichen Szenarien genannt. Er befürwortet nur eine allmähliche Reduzierung der Truppenstärke, andere Berater des Präsidenten sind für einen deutlicheren Schritt in den kommenden Monaten. Ähnlich soll sich auch Obama geäussert haben, einen genauen Umfang nannte er bislang nicht.

Furcht vor Erstarken der Taliban

Nach der morgigen Rede in Washington wird Obama am Donnerstag in Fort Drum im US-Staat New York erwartet, der Kaserne der 10. Gebirgsjäger-Division. Dabei handelt es sich um eine der am häufigsten nach Afghanistan und in den Irak entsandten Einheiten.

Interessant wird die Frage sein, bis wann Obama die von ihm 2009 zusätzlich nach Afghanistan entsandten 30'000 Soldaten wieder alle abziehen will. Umstritten ist offenbar, ob das in den nächsten acht bis zwölf Monaten oder später geschehen soll. Etliche Kommandeure wollen möglichst viele Soldaten so lange wie möglich in Afghanistan halten. Sie befürchten, dass sich ansonsten die Sicherheitslage deutlich verschlechtern könnte und die Taliban wieder an Boden gewinnen würden.

Im Kongress wächst aber der Druck, möglichst bald viele Soldaten abzuziehen. 27 Senatoren von demokratischer wie auch republikanischer Seite forderten in einem Brief an Obama einen Strategiewechsel in Afghanistan und eine deutliche Reduktion der Truppen.

dapd/ami

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