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USA demontieren eine ihrer mächtigsten Bomben

Ein Kapitel aus der Zeit des Kalten Krieges ist abgeschlossen: Die USA haben das letzte Exemplar ihrer ältesten und gefährlichsten Atombombe zerlegt. Sie war 600-mal so stark wie die Bombe von Hiroshima.

Unterricht in Sachen Bombe: Technikern wird am 19. Oktober die Beschaffenheit der B53 erklärt.
Unterricht in Sachen Bombe: Technikern wird am 19. Oktober die Beschaffenheit der B53 erklärt.
Keystone
Bombe auf Rädern: Die B53 wird den Medien präsentiert. (25.10.11)
Bombe auf Rädern: Die B53 wird den Medien präsentiert. (25.10.11)
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Zerstörerische Wucht: Teile der Nuklearwaffen werden gesprengt. (25.10.11)
Zerstörerische Wucht: Teile der Nuklearwaffen werden gesprengt. (25.10.11)
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Die USA haben die letzte ihrer mächtigen Atombomben aus der Zeit des Kalten Krieges zerstört. Die B53-Bombe aus dem Jahr 1962 wurde in einer Anlage in der Nähe von Amarillo im US-Staat Texas demontiert. Spezialisten trennten in Texas die rund 136 Kilogramm Sprengstoff vom radioaktiven Uran. Die Bombe hatte eine Sprengkraft von neun Megatonnen und war damit 600-mal so stark wie die Atombombe von Hiroshima.

Der stellvertretende Energieminister Daniel Poneman sprach von einem Meilenstein in den Bemühungen von US-Präsident Barack Obama für die nukleare Abrüstung. Das Programm zur Zerstörung von Atomwaffen sei dem Zeitplan ein Jahr voraus, sagte er.

4500 Kilogramm schwer

Die B53 wurde auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges im Jahr 1962 eingeführt und hatte etwa die Grösse eines Kleinbusses. Viele der 4500 Kilogramm schweren Bomben waren bereits in den 80er-Jahren auseinandergenommen worden. Einige verblieben allerdings in den Arsenalen der USA, bis sie 1997 ausgemustert wurden.

Mit der Demontage der B53 ende eine Ära, sagte ein Sprecher des Verbands der amerikanischen Wissenschaftler, Hans Kristensen. Nun sei die grösste Atombombe der USA die B83 mit einer Sprengkraft von 1,2 Megatonnen. Auf Hiroshima warfen die USA zum Ende des Zweiten Weltkriegs eine Atombombe von 13 Kilotonnen ab, die bis zu 140'000 Menschen tötete.

Viel Kraft, aber wenig genau

Mit ihrer Kraft habe die B53 ihre mangelnde Zielgenauigkeit ausgeglichen, erklärte Kristensen. Heutige Bomben seien kleiner, aber präziser und reduzierten so nicht beabsichtigte Schäden. Kristensen erklärte, die US-Regierung dürfe sich mit der Zerstörung der B53 nicht besonders rühmen. Schliesslich seien in den vergangenen sieben Monaten nur zehn aktive Atomsprengköpfe zerstört worden, während das russische Arsenal sogar um 29 angewachsen sei. Beide Länder hatten im Dezember vertraglich vereinbart, ihre Atomarsenale zu verkleinern.

Die Bombe wurde in der Anlage Pantex in der Nähe von Amarillo demontiert. Am Dienstag durften zum ersten Mal seit 18 Jahren Medienvertreter das riesige Gelände betreten, das 6500 Hektar umfasst. Die Anlage, in der Atomwaffen zusammengebaut und demontiert werden, gilt als eine der sichersten in den USA.

AFP/dapd/jak

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