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Trumps umstrittener Wahlkampfchef tritt zurück

Ein Skandal um finanzielle Verstrickungen in der Ukraine zwingt Paul Manafort zum Rücktritt. Mit seinem neuen Team will Trump seinen Wahlkampf auf Kurs halten.

Wurde mit einem Durchsuchungsbefehl konfrontiert: Paul Manafort anlässlich einer öffentlichen Anhörung vom 26. Juli 2017.
Wurde mit einem Durchsuchungsbefehl konfrontiert: Paul Manafort anlässlich einer öffentlichen Anhörung vom 26. Juli 2017.
Matt Rourke, Keystone
Bot seinen Rücktritt an: Paul Manafort hier bei einer Wahlkampfveranstaltung in Washington DC. (19. August 2016)
Bot seinen Rücktritt an: Paul Manafort hier bei einer Wahlkampfveranstaltung in Washington DC. (19. August 2016)
Chip Somodevilla, AFP
Trump sagte erst kürzlich, der Vorsitzende seines Wahlkampfteams, Paul Manafort, werde seine derzeitige Rolle behalten.
Trump sagte erst kürzlich, der Vorsitzende seines Wahlkampfteams, Paul Manafort, werde seine derzeitige Rolle behalten.
Keystone
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Gut elf Wochen vor der US-Wahl kämpft Donald Trump weiter mit schweren internen Turbulenzen. Am Freitag trat Paul Manafort zurück, bisheriger Leiter seines Wahlkampfteams.

Das bestätigte der Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner in einer Mitteilung. Manafort stand zuletzt wegen Berichten über finanzielle Verstrickungen in der Ukraine unter erheblichem Druck.

Manafort war erst im März an Bord des Trump-Teams geholt worden und stand seit April an dessen Spitze. Erst am Mittwoch hatte Trump als neue Spitze des Wahlkampfteams Stephen Bannon installiert. Manafort sollte als eine Art Chefstratege an Bord bleiben. Gut 80 Tage vor der Wahl liegt der Republikaner Trump in allen relevanten Umfragen hinten. Er braucht dringend neuen Erfolg.

Manafort ist seit Jahrzehnten umtriebiger Lobbyist in der internationalen Politik. Er arbeitete als Berater unter anderen für den 2014 gestürzten Ex-Präsidenten der Ukraine Viktor Janukowitsch, den früheren philippinischen Machthaber Ferdinand Marcos und den angolanischen Rebellen Jonas Savimbi.

Auf Liste «schwarzer Konten»

Manafort wurde laut einem Bericht der «New York Times» 22 Mal in einer Liste «schwarzer Konten» einer prorussischen Partei in der Ukraine genannt. Ihm sollten laut geheimer Dokumente insgesamt 12,7 Millionen US-Dollar gezahlt werden, hatte die Zeitung unter Berufung auf die ukrainische Antikorruptionsbehörde berichtet. Es ist unklar, wofür das Geld sein sollte und ob es gezahlt wurde. Zuletzt gab es weitere Berichte über pro-russische Verstrickungen Manaforts.

Trumps wohlwollende Äusserungen zu Russland sind seit Wochen ein Thema im Wahlkampf. Nach einem Hacker-Angriff auf den Demokraten-Vorstand, hinter dem die Partei Russland vermutete, rief Trump Moskau dazu auf, nach verschwundenen E-Mails der Kandidatin Hillary Clinton zu suchen. In einem Interview sagte der Milliardär kürzlich, die Menschen auf der Krim würden lieber zu Russland gehören als zur Ukraine.

In der Nacht zum Freitag und nach dem Umbau seines Teams hatte der sonst so aggressive Trump mit einem ungewohnten Eingeständnis überrascht: «Manchmal, in der Hitze der Debatte, und wenn man über viele Dinge gleichzeitig spricht, wählt man nicht die richtigen Worte, oder man sagt das Falsche. Das ist mir passiert. Und glaubt es oder nicht, ich bereue das», sagte Trump in North Carolina.

Trump hatte oft gesagt, Fehler zuzugeben sei eine Schwäche. Trump hatte am Mittwoch neben Bannon die Umfrage-Spezialistin Kellyanne Conway an Bord geholt. Sein jüngster Auftritt könnte nun bereits ihre Handschrift getragen haben.

Trumps erster TV-Wahlwerbespot

Der erste TV-Wahlwerbespot von Donald Trump konzentriert sich auf Sicherheitsfragen. Trump kreidet darin seiner demokratischen Konkurrentin Hillary Clinton an, sie lasse «syrische Flüchtlinge hereinströmen». Überführte Verbrecher könnten als illegale Einwanderer im Land bleiben, heisst es in dem TV-Spot, der für 4,8 Millionen Dollar in den kommenden Tagen in sogenannten «Swing states» geschaltet werden soll.

Die Republikaner setzen vor allem in Florida, North Carolina, Ohio und Pennsylvania auf Erfolge ihrer Wahlkampagne im Fernsehen. Clinton hat ihrerseits bereits 61 Millionen Dollar für Wahlwerbung im Fernsehen ausgegeben.

Der Sprecher in Trumps Spot sagt, bei einer Präsidentin Clinton werde es «mehr von demselben, aber schlimmer» geben, während schaurige Musik erklingt. Später wird der Ton heiterer und die Botschaft lautet: «Donald Trumps Amerika ist sicher.» Terroristen und «gefährliche Kriminelle» würden ferngehalten, die Grenzen würden sicher sein.

AFP/kat

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