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Trump riskiere «einen unvorstellbaren Konflikt»

«Verrückter mit Atomwaffen»: Donald Trumps inkonsistente Nordkorea-Rhetorik sei gefährlich. Nun warnen 64 Demokraten aus dem US-Kongress.

«Der Irre mit den Atomwaffen» gegen The Donald: Kim Jong-un und Donald Trump. (Archiv)
«Der Irre mit den Atomwaffen» gegen The Donald: Kim Jong-un und Donald Trump. (Archiv)
Keystone

Die widersprüchliche Haltung der Trump-Administration gegenüber Pyongyang sowie die anhaltende Serie nordkoreanischer Raketentests sorgen für zunehmende Unruhe in Washington und nähren Befürchtungen vor einer bewaffneten Konfrontation. Am Dienstag warnten 64 Kongressdemokraten in einem Schreiben an das Weisse Haus vor einem amerikanischen Präventivschlag gegen Nordkorea. Eine derartige Entscheidung müsse zuvor debattiert werden und bedürfe der Zustimmung des Kongresses, heisst es in dem Brief.

Bildstrecke – Nordkorea in Bildern

«Rücksichtslose militärische Provokation»: Ein amerikanischer B1-Überschallbomber in der Luft. (Archiv)
«Rücksichtslose militärische Provokation»: Ein amerikanischer B1-Überschallbomber in der Luft. (Archiv)
U.S. Air Force photo by Master Sgt. Robert W. Vale
Schauen den Auftritt der nordkoreanischen Girlband «Moranbong Band»: Kim Jong-un und seine Frau Ri Sol-ju. (24. März 2014)
Schauen den Auftritt der nordkoreanischen Girlband «Moranbong Band»: Kim Jong-un und seine Frau Ri Sol-ju. (24. März 2014)
KCNA, Reuters
Am 15. Februar feiern die Nordkoreaner den «Tag der Sonne» zum Gedenken an den Geburtstag von Kim Il-sung. (16. Februar 2017)
Am 15. Februar feiern die Nordkoreaner den «Tag der Sonne» zum Gedenken an den Geburtstag von Kim Il-sung. (16. Februar 2017)
KCNA via KNS, AFP
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Eine «unbeständige und widersprüchliche Politik» riskiere «einen unvorstellbaren Konflikt», warnen die Verfasser und fordern «mehr Informationen» über diplomatische Schritte der Regierung Trump zur Beilegung des Konflikts mit Pyongyang. Washington befürchtet, Nordkorea werde spätestens 2020 ballistische Raketen mit atomaren Sprengköpfen besitzen, die das amerikanische Festland erreichen können.

Guam vielleicht schon Zielscheibe

Womöglich gefährden nordkoreanische Raketen bereits jetzt die pazifische Insel Guam, ein US-Territorium und Heimat des wichtigsten US-Luftwaffenstützpunkts im Pazifik. Die Trump-Administration hat deshalb für Ende Mai Gespräche über Zivilschutzmassnahmen mit örtlichen Behörden in Guam anberaumt.

Trump hat erklärt, er wolle eine solche Bedrohung nicht hinnehmen.

Ebenfalls am Dienstag warnte General Vincent Stewart, der Direktor des militärischen Geheimdiensts DIA, vor einem Kongressausschuss vor Nordkoreas Entwicklung interkontinentaler Raketen. Behalte Pyongyang den gegenwärtigen Kurs bei, werde das Regime Kim Jong-uns «unweigerlich» mit nuklearen Sprengköpfen bestückte ballistische Raketen besitzen, «welche die Vereinigten Staaten erreichen können», sagte Stewart.

Provokation: Nordkorea testet schon wieder eine neue Rakete. (Video: Reuters)

Präsident Trump hat wiederholt erklärt, er werde eine derartige Bedrohung nicht hinnehmen. Zwar hatte Aussenminister Rex Tillerson im April erklärt, eine diplomatische Lösung des Konflikts sei vorzuziehen, doch drohte der Präsident mehrmals einen amerikanischen Alleingang an, falls China das nordkoreanische Regime nicht zur Einstellung der Atom- und Raketentests bewegen könne.

Präventivschlag nicht ausschliessen

Einerseits bekundete Trump, er sei unter gewissen Bedingungen zu Gesprächen mit Kim Jong-un bereit, andererseits aber wollte der Präsident einen Präventivschlag gegen Nordkorea nicht ausschliessen. In einem Telefonat Ende April mit dem philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte, dessen Transkript am Dienstag publik wurde, bezeichnete der Präsident Kim Jong-un als «Verrückten mit Atomwaffen», den man «nicht einfach herumlaufen lassen» könne.

Trotz katastrophalen Risiken müsse man sich auf einen Konflikt vorbereiten, sagt George Friedman.

Die USA, so Trump weiter, besässen «die zwanzigfache Feuerkraft» Nordkoreas, doch wolle man dies nicht einsetzen. Dennoch verwies der Präsident bei seinem Telefonat mit Duterte auf zwei US-Atomunterseeboote, die in die Nähe der koreanischen Halbinsel beordert worden seien. Neben den Flugzeugträgern USS Carl Vinson und USS Ronald Reagan wurden auch strategische Bomber sowie F-35 Tarnkappen-Kampjets in die Region entsandt.

Die Verstärkung amerikanischer Flotten- und Luftwaffenverbände hat Befürchtungen ausgelöst, Washington bereite eine militärische Konfrontation mit Nordkorea vor. Am Montag bezeichnete der geopolitische Stratege George Friedman auf einer Investorenkonferenz in Orlando eine solche Konfrontation als «unvermeidbar». Trotz der katastrophalen Risiken eines Angriffs auf Nordkorea müsse mit einem baldigen Krieg gerechnet werden, glaubt Friedman.

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