Zum Hauptinhalt springen

Trump will seinen Piloten ins Cockpit der Nation befördern

Der Präsident befördert, wer ihm nahesteht. Nun ist sein Privatpilot an der Reihe: Er soll Chef der Luftfahrtbehörde werden.

Trump hat John Dunkin, seinen persönlichen Piloten, ins Gespräch als Chef der US-Luftfahrtbehörde gebracht. Foto: Andrew Harnik (Keystone)
Trump hat John Dunkin, seinen persönlichen Piloten, ins Gespräch als Chef der US-Luftfahrtbehörde gebracht. Foto: Andrew Harnik (Keystone)

Wer mit Donald Trump befreundet ist, kann eine steile Karriere machen. Das haben die Personalentscheide des 45. US-Präsidenten gezeigt. Nun ist John Dunkin, Trumps langjähriger persönlicher Pilot, im Gespräch als Chef der nationalen Luftfahrtbehörde der USA, der Federal Aviation Administration (FAA). Das berichten das Online-Portal Axiosund andere US-Medien.

Die FAA regelt den gesamten Flugverkehr in den Vereinigten Staaten und erlässt Sicherheitsanweisungen. So war es die US-Luftfahrtbehörde, die am 11. September 2001 nach den Terroranschlägen in New York und Washington alle Verkehrsflugzeuge auf den Boden bringen musste. Flugkapitän Dunkin würde über ein Budget von 16 Milliarden Dollar verfügen. Insider aus der Airlinebranche bezweifeln, dass Trumps Pilot geeignet ist, um die amerikanische Zivilluftfahrt zu managen, wie Axios berichtet.

Er verspricht weniger Verspätungen

«Er ist auf der Liste, weil er der Pilot des Präsidenten ist, aber wenn er den Job bekommt, dann nicht, weil er der Pilot des Präsidenten ist», bekräftigte dagegen ein Mitglied der US-Regierung. Dunkin sei qualifiziert für den Posten, es hätten bereits Gespräche stattgefunden, und der Kandidat habe überzeugt. Er sei nicht «nur» Pilot. Er habe auch die Gründung einer Airline unter FAA-Richtlinien und Trumps Wahlkampf-Luftflotte geleitet, wobei 203 Städte in 43 Bundesstaaten innerhalb von 21 Monaten angeflogen worden seien. Mit Captain Dunkin im Cockpit von Trump Force One, wofür ihn Passagier One mit Lob überhäufte: «Er ist mein Pilot, er ist smart, und er weiss, was läuft.» John Dunkin fliegt seit 1989 für Trump. Damals startete der Immobilientycoon seine eigene Airline. Trump Shuttle geriet aber in finanzielle Turbulenzen und wurde 1992 verkauft.

----------

Video – In dieser Luxusmaschine flog Trump

24 Karat Gold: Bevor er US-Präsident wurde, liess sich Donald Trump in einem Luxusflugzeug herumfliegen. Video: TA/Trump Organization

----------

Der US-Präsident hatte bereits zu Beginn seiner Amtszeit auf Dunkins Fähigkeiten hingewiesen. Während eines Treffens im Weissen Haus mit Topmanagern aus der Airlinebranche hat Trump die Luftfahrtbehörde kritisiert, weil sie die Verkehrsregelung nicht modernisiert habe. «Ich habe einen Piloten, der ein echter Experte ist», sagte Trump, ohne Dunkin namentlich zu erwähnen. «Er sagt, dass wir die falschen Geräte hätten», zitiert «Newsweek» den Präsidenten. «Das System ist komplett aus dem Gleichgewicht geraten und zu teuer. Es ist einfach die falsche Ware.» Dunkin soll Trump versprochen haben, dass es weniger Flugverspätungen gebe, wenn ein Pilot die FAA führe.

Trumps Kritik richtete sich an den damaligen FAA-Chef Michael Huerta, der von Präsident Obama eingesetzt worden war und dessen Amtszeit im Januar 2018 zu Ende ging. Interimistisch leitet die Behörde Daniel Elwell, der den Job gerne voll übernehmen möchte. Elwell ist ein ehemaliger Pilot und arbeitet seit Jahren für die FAA. Ausserdem kandidiert der republikanische Abgeordnete Sam Graves, der der Luftfahrt-Kommission des US-Repräsentantenhauses angehört.

Der treue Bodyguard

Es wäre jedoch eine Überraschung, wenn Trumps Wahl nicht auf seinen Piloten fallen würde. Nichts ist dem Präsidenten wichtiger als persönliche und jahrelange Loyalität. So stieg etwa sein treuer Bodyguard Keith Schiller zum Director of Oval Office Operations auf, also zum persönlichen Mitarbeiter für die ganz heiklen Fälle. Es war Schiller, und nicht etwa der Stabschef des Weissen Hauses oder der Justizminister als direkter Vorgesetzter, der FBI-Direktor James Comey die Kündigung persönlich überbrachte.

Von der «Apprentice» zur Kommunikationsdirektorin: Omarosa Manigault-Stallworth. Foto: Chris Pizzello (AP, Keystone)
Von der «Apprentice» zur Kommunikationsdirektorin: Omarosa Manigault-Stallworth. Foto: Chris Pizzello (AP, Keystone)

Die Bekanntschaft mit Trump verhalf auch Omarosa Manigault-Stallworth zum Job im Weissen Haus. Der US-Präsident kannte sie seit ihrer Teilnahme an Trumps TV-Show «The Apprentice». Noch vor seinem Amtsantritt ernannte er Manigault zur Kommunikationsdirektorin, unter anderem für «zwischenstaatliche Angelegenheiten», was die US-Aussenpolitik betreffen dürfte.

Wann wird der Gärtner Landwirtschaftsminister?

Das ist auch das Feld von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner. Der einstige Immobiliendealer ist Chefberater des Präsidenten, insbesondere, was den Nahost-Konflikt betrifft: Kushner und seine Familie pflegen eine langjährige persönliche Freundschaft mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu. Kommentatoren in den USA fragen sich unterdessen, wann Trumps Gärtner Landwirtschaftsminister wird.

Bodyguard Schiller und Geschäftsfrau Manigault haben ihre Posten inzwischen geräumt. Gegen Kushner wird in der Russland-Affäre ermittelt. Wann Trump den FAA-Chef ernennt, ist nicht bekannt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch