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Syrien-Konferenz endet in wilder Prügelei

Die Zerrissenheit der syrischen Opposition ist gross: An einem Treffen in Kairo verprügelten und beschimpften sich die Delegierten der verschiedenen Lager. Die Kurden verliessen die Konferenz.

Fordert die Absetzung Assads, ist sich sonst aber uneins: Die syrische Opposition an ihrem Treffen in Kairo. (2. Juli 2012)
Fordert die Absetzung Assads, ist sich sonst aber uneins: Die syrische Opposition an ihrem Treffen in Kairo. (2. Juli 2012)
AFP

Die Spitzen der syrischen Opposition haben sich in den letzten zwei Tagen zu Beratungen im ägyptischen Kairo getroffen. Die Konferenz war von tiefen Meinungsverschiedenheiten geprägt. Die ohnehin gespaltene Opposition liefert Gegnern und Unterstützern einen weiteren Beleg für ihre Zerrissenheit: Delegierte verprügelten einander und beschimpften sich derart wüst, dass Frauen im Saal zu weinen begannen.

Auslöser der Handgreiflichkeiten war offenbar die Entscheidung der syrischen Kurden, das Treffen zu verlassen. Vertreter der ethnischen Minderheit seien gegangen, weil die Konferenz ihren Status nicht habe anerkennen wollen, sagte Abdel Asis Othman vom Nationalen Kurdenrat.

Militärintervention zum Schutz von Zivilisten?

Auch stritten sich die Oppositionellen nach Angaben von Delegierten über die Frage, ob man ein Eingreifen nach Kapitel VII der UNO-Charta fordern soll, das einen Militäreinsatz zum Schutz von Zivilisten erlaubt. Der Nachrichtensender «al-Jazeera » meldete, Diskussionen habe es auch über die Frage gegeben, ob das neue Syrien ein «säkularer Staat» oder ein «ziviler Staat» sein solle.

Schliesslich konnte sich die Opposition auch nicht auf die Bildung eines einheitlichen Gremiums einigen, welches die Opposition repräsentieren soll. «Das ist einfach nur traurig und wird negative Folgen für alle Parteien haben», sagte der Oppositionelle Gawad al- Chatib. «Die Oppositionsbewegung steht dumm da und die Demonstranten auf der Strasse werden demoralisiert.»

Spaltung schadet der Anerkennung

Weil es bislang nicht gelang, die verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen hinter einer Führung zu versammeln, ringt die Opposition in Syrien weiter um internationale Anerkennung.

Die Spaltung der Regierungsgegner gilt als einer der Gründe, warum sich Assad trotz des seit mehr als 16 Monaten andauernden Volksaufstands länger als andere unter Druck geratene Staatschefs in der Region an der Macht halten konnte. Assad profitiert auch von der Uneinigkeit der internationalen Gemeinschaft.

SDA/ses

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