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«Symbol der Sklaverei»

Eine US-Gouverneurin verlangt nach dem Kirchen-Massaker, dass die Konföderierten-Flagge entfernt wird. Noch flattert sie auf dem Kapitol von South Carolina.

Sorgt für heftige Diskussionen: Konföderierten-Flagge auf dem dem South-Carolina-Kapitol. (Archivbild)
Sorgt für heftige Diskussionen: Konföderierten-Flagge auf dem dem South-Carolina-Kapitol. (Archivbild)
Mladen Antonov, AFP

Nach dem mutmasslich rassistisch motivierten Kirchen-Massaker in South Carolina will die Gouverneurin in der Hauptstadt des US-Bundesstaats die umstrittene Konföderierten-Flagge vom dortigen Kapitol entfernen lassen. Die Entscheidung liegt aber bei den Abgeordneten.

«Diese Flagge, wenngleich ein wesentlicher Bestandteil unserer Vergangenheit, vertritt nicht die Zukunft unseres grossartigen Staates», sagte die Republikanerin Nikki Haley am Montag. Durch die Massnahme in Columbia könne der neun in einer Kirche in Charleston ermordeten Afroamerikanern gedacht werden.

(Video: Youtube/nikkihaley)

Haley trat mit einer Reihe von Politikern beider Parteien vor die Kameras, darunter der republikanische Senator und Präsidentschaftsbewerber Lindsey Graham. Graham erklärte, die Verbannung der Flagge sei «nur angemessen» nach dem «tragischen, hasserfüllten» Angriff auf die Emanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston.

Walmart verkauft Flagge nicht mehr

Der grösste US-Einzelhändler Walmart stoppt den Verkauf von Artikeln mit der umstrittenen Konföderierten-Flagge. «Wir wollen nie jemanden mit unseren Produkten angreifen», sagte ein Walmart-Sprecher am Montag dem Sender CNN.

Walmart hatte die Flagge selbst und andere Artikel wie T-Shirts oder Gürtelschnallen mit dem Abzeichen im Angebot. Laut CNN verkaufen auch Ebay und Amazon solche Produkte. Bislang hätten die Unternehmen sich nicht dazu geäussert.

Mit der Flagge Schwarze eingeschüchtert

Nach dem mutmasslich rassistisch motivierten Kirchen-Massaker im Bundesstaat South Carolina ist ein alter Streit um die Verwendung der Flagge neu entbrannt. Das Symbol aus dem US-Bürgerkrieg (1861-1865) steht Kritikern zufolge für die damalige Bereitschaft der Südstaaten, in den Krieg zu ziehen, um die Sklaverei beibehalten zu können. Sie wurde auch eingesetzt, um Afroamerikaner einzuschüchtern.

Befürworter sehen sie dagegen unter anderem als Symbol, um der Kriegsopfer ihrer Vorfahren zu gedenken. Neben South Carolina wird auch in anderen Südstaaten immer wieder über die Verwendung der Flagge diskutiert, etwa in Florida, Georgia und Mississippi.

Obamas Grabrede

Bis zum Jahr 2000 wehte die Flagge – ein mit weissen Sternen besetztes blaues Kreuz auf rotem Grund – auf dem Dach des Kapitols in Columbia. Dann entschied das Parlament von South Carolina, sie auf einem Kriegerdenkmal vor dem Gebäude zu hissen.

Um die Fahne nun ganz zu entfernen, müssen die Abgeordneten zustimmen. Das Parlament geht diese Woche in die Sommerpause. Haley erklärte, eine Sondersitzung zu der Südstaaten-Flagge einzuberufen, sollten die Abgeordneten nicht rechtzeitig handeln.

Obama hält Grabrede für getöteten Senator

Präsident Barack Obama will am Freitag die Grabrede für den ermordeten Pfarrer Clementa Pinckney halten, ein demokratischer Senator im Landesparlament, den Obama persönlich kannte. Das teilte das Weisse Haus mit.

Das Massaker, bei dem sechs Frauen und drei Männer im Alter von 26 bis 87 Jahren ums Leben kamen, hat in den USA neue Ängste über rassistisch motivierte Angriffe geschürt. Es folgt auf die Tode mehrerer unbewaffneter Afroamerikaner durch weisse Polizisten. Dem schwarzen Walter Scott war etwa Anfang April im benachbarten North Charleston in den Rücken geschossen worden.

SDA/chk

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