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Strassenblockade vor Papstbesuch

Kurz vor der Ankunft des Papstes in Paraguay versperrten rund 1000 Menschen zwei Durchgangsstrassen. Derweil wurde Franziskus in Ecuador gefeiert.

Letzte Etappe der Südamerika-Reise: Papst Franziskus beim Empfangszeremonie mit Paraguays Präsident Horacio Cartes. (10. Juli 2015)
Letzte Etappe der Südamerika-Reise: Papst Franziskus beim Empfangszeremonie mit Paraguays Präsident Horacio Cartes. (10. Juli 2015)
Cesar Olmedo, Keystone
Papst Franziskus erhält im Präsidentenpalast in Asunción ein Dress der paraguayischen Fussball-Nationalmannschaft.
Papst Franziskus erhält im Präsidentenpalast in Asunción ein Dress der paraguayischen Fussball-Nationalmannschaft.
PRESIDENCY OF PARAGUAY, Keystone
Ein Mann hält eine Pappfigur in die Höhe, während er am Strassenrand in Quito auf Papst Franziskus wartet.
Ein Mann hält eine Pappfigur in die Höhe, während er am Strassenrand in Quito auf Papst Franziskus wartet.
EPA / Robert Puglla, Keystone
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Vor dem Papstbesuch in Paraguay haben indigene Gruppen dort Strassen blockiert, um die Rückerstattung von Ländereien zu erzwingen. Rund tausend Menschen sperrten am Montag zwei der meistbefahrenen Landstrassen für mehrere Stunden, wie die Zeitschrift E'a berichtete.

Die Mitglieder der Gemeinschaft Xákmok Kásek fordern vom Staat 10'700 Hektar Land, die ihnen der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte vor fünf Jahren zugesprochen hatte. Papst Franziskus wird am Freitag in Paraguay erwartet. Die Strassensperren, die in den kommenden Tagen weitergehen sollen, stören den Zugang zu den am Wochenende geplanten Papstmessen nicht direkt.

Messe in sengender Hitze

Hunderttausende Menschen haben am Montag eine Messe mit Papst Franziskus in einem Park der ecuadorianischen Hafenstadt Guayaquil gefeiert. Der Gottesdienst war der erste Höhepunkt der drei Länder umfassenden Südamerika-Reise des katholischen Kirchenoberhaupts und er war der Familie gewidmet. Nach der Messe kam der Papst noch mit jesuitischen Glaubensbrüdern zusammen, bevor er nach sieben Stunden die grösste Stadt Ecuadors wieder verliess und zurück in die Hauptstadt Quito flog.

Viele Pilger hatten die Nacht unter freiem Himmel verbracht, um an der Messe teilnehmen zu können. Feuerwehrleute bespritzten die Menschenmenge mit Wasser, um angesichts sengender Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit den Menschen etwas Erfrischung zu verschaffen.

Franziskus pries die Familie

Im Park wehten ecuadorianische Flaggen und Papstbanner über dem Menschenmeer. In seiner Predigt pries Franziskus Familien als Fundament der Gesellschaft – «das nächstgelegene Krankenhaus, die erste Schule für die Jungen, das beste Heim für die Älteren». Jeden Tag würden innerhalb einer Familie aus Liebe Wunder vollbracht. Manchmal gingen Liebe und Freude aber zu Ende, sagte Franziskus.

«Wie viele Frauen, traurig und einsam, fragen sich, wann die Liebe ging, wann sie aus ihrem Leben entwischte?» fragte der Papst. «Wie viele ältere Menschen fühlen sich aus Familienfeiern ausgeschlossen, beiseite geschoben und sehnen sich jeden Tag nach ein wenig Liebe?»

Bei seiner Ankunft in Guayaquil liess der Papst mehrere Messdiener auf der Rollbahn Selfie-Fotos mit ihm knipsen. Anschliessend suchte er einen Schrein auf, wo rund 2000 geladene Gäste – darunter auch krebskranke Kinder – ihn begrüssten.

«Ich bin müde», sagte Vicente Huilcatoma, ein pensionierter Polizeibeamter, der 40 Kilometer zu Fuss gegangen war, um den Park zu erreichen. «Ich habe Hunger. Ich habe nicht geschlafen, aber ich bin auch voller Emotion und Freude in meinem Herzen.»

Papst umgeht Argentinien

Der Papst war am Sonntag in Quito gelandet. Dort betonte er die Bedeutung der sozialen Gerechtigkeit. Die Gesellschaft müsse sich um die Armen und Ausgestossenen kümmern, mahnte das 78-jährige Oberhaupt der Katholischen Kirche. In einer Ansprache vor Präsident Rafael Correa forderte er das Land zudem zum Schutz der Schönheit seiner einzigartigen Natur auf.

Bis 13. Juli will der Papst neben Ecuador auch Bolivien und Paraguay besuchen. In sein Heimatland Argentinien wird er auf seiner neuntägigen Reise aber keinen Abstecher machen – wohl auch um den Eindruck päpstlicher Verstrickung in den Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl in diesem Jahr zu vermeiden.

sda/AP/chk

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