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Snowden liebäugelt mit Rückkehr in die USA

In den USA gehört er zu den meistgesuchten Personen. Dennoch kann sich der Whistleblower Edward Snowden eine Rückkehr in sein Heimatland vorstellen. Im Hintergrund werde bereits verhandelt.

Rückkehr unter bestimmten Bedingungen: Edward Snowden.
Rückkehr unter bestimmten Bedingungen: Edward Snowden.

Der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden erwägt offenbar, unter bestimmten Bedingungen in sein Heimatland USA zurückzukehren. «Es gibt Verhandlungen», sagte Snowdens deutscher Anwalt Wolfgang Kaleck dem «Spiegel». «Alle, die mit der Sache zu tun haben, sind sich bewusst, dass eine einvernehmliche Lösung mit den US-Behörden das Sinnvollste wäre.» Es gebe daher Bemühungen, zumindest mittelfristig eine Lösung zu finden, die für Snowden «erträglich» sei.

Sein Mandant habe nie egoistisch gehandelt und keinen Schaden angerichtet, sagte der Anwalt dem Magazin weiter. «Daher könnte man sich von einer demokratischen US-Regierung erhoffen, dass sie ihm den Weg zurück ebnet.» Kaleck ergänzte, er selbst sei nicht an den Verhandlungen beteiligt. Auf Bitten des Anwalts klärt der NSA-Untersuchungsausschuss im Bundestag derzeit mit der Bundesregierung, ob Snowden nach Deutschland einreisen und hier aussagen darf. «Solange die Regierung das nicht abgelehnt hat, ist der Weg nach Deutschland offen», sagte Kaleck dem «Spiegel».

Aufruf an die «engagierte Öffentlichkeit»

Er forderte die «engagierte Öffentlichkeit» auf, sich einzuschalten und zu sagen: «Snowdens Verdienste sind so gross, dass anders mit ihm umgegangen werden muss.» Durch von Snowden öffentlich gemachte Dokumente war im vergangenen Jahr bekannt geworden, dass britische und US-Geheimdienste massenhaft Telekommunikations- und Internetdaten auch deutscher Bürger überwachen.

«Schockierend» nannte Kaleck es, dass der deutsche Innenminister Thomas de Maizière (CDU) Snowden gegenüber US-Regierungsvertretern als Rechtsbrecher bezeichnet habe. «In einer Art Unterwerfungsgeste an die USA zu sagen, wir verstehen schon, dass ihr den als Kriminellen behandelt, und sehen es ähnlich, während gleichzeitig ein Untersuchungsausschuss läuft, der ohne Snowden niemals denkbar gewesen wäre – das halte ich für skandalös.»

Greenwald bringt Schweiz als Asylland ins Spiel

Auch Glenn Greenwald setzt sich für seinen Freund ein. Jedes Land, das von den Enthüllungen des Ex-Geheimdienstlers profitiert, müsse diesem Asyl gewähren. Dazu gehöre auch die Schweiz, findet der US-Journalist in einem Interview gegenüber Redaktion Tamedia. Er hatte 2013 die NSA-Affäre in der britischen Zeitung «The Guardian» publiziert.

«Ein stabiles, wohlhabendes und wichtiges Land wie die Schweiz kann Snowden aufnehmen», sagte Greenwald. Die Schweizer Regierung würde durch ein Asyl weit kleinere Risiken auf sich nehmen, als dies der Whistleblower tat: «Die USA wird die Schweiz nicht bestrafen.»

(AFP)

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