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Secret Service telefonierte, als Bewaffneter zu Obama wollte

Ein Verwirrter drang mit einem Messer bewaffnet ins Weisse Haus ein. Jetzt liegt der Untersuchungsbericht vor – und belastet den präsidialen Sicherheitsdienst schwer.

Einem bewaffneten Verwirrten gelang es kürzlich, hier einzudringen: Ein Mitglied des Secret Service vor dem Weissen Haus in Washington. (25. Oktober 2014)
Einem bewaffneten Verwirrten gelang es kürzlich, hier einzudringen: Ein Mitglied des Secret Service vor dem Weissen Haus in Washington. (25. Oktober 2014)

Ein Untersuchungsbericht zum Eindringen eines mit einem Messer bewaffneten Manns in das Weisse Haus belastet den Secret Service schwer. Das US-Heimatschutzministerium wirft dem für den Schutz des amerikanischen Präsidenten zuständigen Secret Service Versagen bei der Aufgabenerfüllung sowie technisches und organisatorisches Versagen vor, wie die US-Zeitungen «New York Times» und die «Washington Post» berichteten. Der Vorfall Mitte September hatte zwei Wochen später zum Rücktritt der Secret-Service-Chefin Julia Pierson geführt.

Das Heimatschutzministerium identifizierte allein zehn Umstände, die es dem Irakkriegsveteranen Omar Gonzalez erleichtert hätten, den 2,30 Meter hohen Zaun vor dem Weissen Haus zu überwinden. Hierzu zählten fehlende Zaunteile sowie Bauarbeiten, die einigen Agenten die Sicht versperrten, zitierten die Zeitungen aus dem Bericht. Zudem hätten Polizisten Gonzalez beim Klettern über den Zaun entdeckt und ihre Waffen gezogen, aber unter der Annahme, er sei unbewaffnet, nicht geschossen.

Wachhund schlug nicht an

Ein weiterer Beamter auf dem Gelände des Präsidentensitzes habe sich ebenfalls entschieden, nicht zu schiessen, auch weil er irrtümlich angenommen habe, die Eingangstür zum Gebäude sei verschlossen, hiess es den Zeitungen zufolge in dem Bericht. Zudem habe ein wachhabender Hundeführer just im Moment des Eindringens von Gonzalez im Auto gesessen und ein privates Telefongespräch geführt. Der Wachhund habe deshalb nicht angeschlagen. Im Weissen Haus wurde der 42-jährige Eindringling schliesslich von zwei Beamten gestoppt, die gerade ihre Schicht beendet hatten.

Ferner kommt der Bericht laut «New York Times» zu dem Schluss, dass Gonzalez schon früher als potenzielle Gefahrenquelle hätte erkannt werden können. Schon im Juli seien Gonzalez im US-Bundesstaat Virginia Verstösse gegen das Waffenrecht vorgeworfen worden. Einen Monat später sei der Mann nahe dem Weissen Haus mit einem Beil gestoppt, aber nicht festgenommen worden, schrieb das Heimatschutzministerium laut den Zeitungsberichten. US-Präsident Barack Obama und seine Familie hatten sich zum Zeitpunkt des Eindringens nicht auf dem Gelände befunden.

AFP/thu

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