Zum Hauptinhalt springen

Schönheitskönigin stirbt bei Protesten in Venezuela

Die Proteste in Venezuela gegen die Regierung reissen nicht ab. Die 22-jährige Genésis Carmona beteiligte sich an einer Demonstration. Sie wurde von Unbekannten erschossen.

Nach der Festnahme des führenden Regierungskritikers eskaliert die Gewalt: Demonstranten werden in Caracas von der Polizei mit Tränengas angegriffen. (20. Februar 2014)
Nach der Festnahme des führenden Regierungskritikers eskaliert die Gewalt: Demonstranten werden in Caracas von der Polizei mit Tränengas angegriffen. (20. Februar 2014)
Reuters
«Wir werden die Faschisten einen nach dem anderen verhaften»: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro.
«Wir werden die Faschisten einen nach dem anderen verhaften»: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro.
AFP
Riskiert, einen politischen Märtyrer zu schaffen: Venezuelas Präsident Maduro bei einer Rede vor Anhängern. (18. Februar 2014)
Riskiert, einen politischen Märtyrer zu schaffen: Venezuelas Präsident Maduro bei einer Rede vor Anhängern. (18. Februar 2014)
AFP
1 / 14

In Venezuela demonstrieren seit Wochen Regierungsgegner, die sich gegen die zunehmende wirtschaftliche Not und Kriminalität im Lande auflehnen. Binnen einer Woche wurden mindestens vier Menschen bei den Protesten erschossen. Nun wurde bekannt, dass auch die 22-jährige Genésis Carmona während einer Demonstration ums Leben kam. Die Wirtschaftsstudentin wurde Miss Tourismus des Bundesstaates Carabobo und erlangte deshalb lokale Berühmtheit.

Bei einem Marsch der Opposition in Carabobo hätten Unbekannte plötzlich das Feuer eröffnet, schreibt die Nachrichtenagentur Associated Press. Genésis Carmona traf eine Kugel am Kopf. Wie Fotos zeigen, wurde sie daraufhin von einem Mann auf einem Motorrad ins Spital gefahren. Im Spital erlag sie jedoch ihren Verletzungen.

Im selben Bundesstaat wurde vor einem Monat die ehemalige Miss Venezuela Mónica Spear auf offener Strasse erschossen. Eine kriminelle Gang wird verdächtigt, die Tat begangen zu haben.

Maduro spricht von Faschisten

Derweil schlägt Staatschef Nicolás Maduro angesichts der Proteste immer härtere Töne an. «Wir stehen vor einem sich weiter entfesselnden Staatsstreich gegen Venezuela. Der Chef des Faschismus ist schon gefangen, und ich werde das mit allen Faschisten machen, wo immer sie sein mögen», sagte Maduro gestern Abend in Caracas mit Blick auf den festgenommenen Oppositionellen Leopoldo López.

Die venezolanische Polizei ging gestern Abend mit Tränengas und Schrotkugeln gegen Hunderte Demonstranten vor, die aus Protest gegen die Verhaftung von López eine Strasse in einem wohlhabenden Stadtteil der Hauptstadt Caracas blockierten. Dabei soll es erneut mehrere Verletzte gegeben haben. López hatte sich am Dienstag der Polizei gestellt. Er wurde nach Medienangaben in ein Gefängnis ausserhalb von Caracas verlegt. Seine Vernehmung wurde auf diesen Donnerstag verschoben.

US-Präsident Barack Obama verurteilte die Gewalt in Venezuela. Bei einem Gipfeltreffen in Mexiko forderte Obama die Regierung in Caracas auf, alle Demonstranten freizulassen, auf die «legitimen Klagen» der Bevölkerung einzugehen und in einen «echten Dialog» einzutreten.

SDA/kle

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch