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Schärfere Kontrollen aus Angst vor neuartiger Bombe

Die US-Regierung will aus Sorge vor neuen Terroranschlägen die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen erhöhen. Betroffen sind auch viele europäische Airports mit Flugverbindungen in die USA.

Hinweise, dass al-Qaida an einer Bombe arbeitet: Sicherheitsbeamte am Londoner Flughafen Heathrow. (23. Juli 2012)
Hinweise, dass al-Qaida an einer Bombe arbeitet: Sicherheitsbeamte am Londoner Flughafen Heathrow. (23. Juli 2012)
AP Photo

Angesichts möglicher Anschläge mit neuartigen Sprengsätzen wollen die USA bestimmte Flughäfen im Ausland zu einer Verschärfung ihrer Sicherheitsvorkehrungen drängen. Betroffen seien Airports mit direkten Flugverbindungen in die USA, teilte Heimatschutzminister Jeh Johnson mit. Grund ist die Sorge, dass das Terrornetzwerk al-Qaida eine Bombe entwickeln könnte, die kein Metall enthält und bei den herkömmlichen Sicherheitskontrollen unentdeckt bleiben könnte.

Eine direkte Bedrohung gebe es jedoch nicht, sagte ein Antiterror-Spezialist. Die Transsportsicherheitsbehörde TSA soll sich um die Umsetzung der Massnahme kümmern. Unklar blieb zunächst, auf welchen Flughäfen die zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen eingeführt werden sollen. Daten der Luftfahrtbranche zufolge gibt es von mehr als 250 ausländischen Flughäfen aus Nonstop-Verbindungen in die USA, darunter Paris Charles de Gaulle, Amsterdam Schiphol Airport und Dubai International Airport.

In der Schweiz hingegen werden die Sicherheitsmassnahmen an Flughäfen als ausreichend eingeschätzt. Die identifizierten Bedrohungen würden durch die bestehenden Sicherheitsmassnahmen bereits heute abgedeckt, teilte das Bazl mit. Deshalb seien keine zusätzlichen Massnahmen nötig. Das Bazl verfolge aber die Lage weiterhin aufmerksam.

Massnahmen auch in Grossbritannien

Auch die britischen Behörden haben die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen des Landes erhöht. Wenn es «glaubwürdige neue Bedrohungen» gebe, müssten weltweit verstärkte Absicherungen des Luftverkehrs erfolgen, sagte Vizeregierungschef Nick Clegg im Fernsehsender ITV. Worin die neuen Sicherheitsmassnahmen bestehen, gab er nicht an. Es sei aber «sehr wichtig, dass wir mit unseren amerikanischen Partnern und auch mit anderen Staaten der Welt zusammenarbeiten», sagte Clegg.

Ein britischer Experte für Sicherheitsfragen an Flughäfen, Philip Baum, sagte dem Fernsehsender Sky News, dass vermutlich mehr Kontrollen nach dem Zufallsprinzip vorgenommen würden. Nach Informationen des Senders ABC sollen Schuhe und elektronische Geräte von Passagieren genauer untersucht werden. Die Terrorwarnstufe in Grossbritannien blieb unverändert auf dem dritthöchsten Niveau.

Anschlagspläne «nicht identifizierter Terrorgruppen»

US-Geheimdienstmitarbeiter haben den Angaben zufolge Hinweise darauf, dass al-Qaida-Mitglieder aus dem Jemen und Syrien an einem Sprengsatz arbeiten, der von herkömmlichen Flughafen-Kontrollen unentdeckt bleiben könnte. Nichtmetallene Bomben etwa könnten operativ in den Körper des Reisenden implantiert werden. Abtastkontrollen oder Metalldetektoren wären in diesem Fall wirkungslos.

Befürchtet wird zudem, dass Kämpfer mit US-amerikanischem oder einem anderen westlichen Pass eine solche Bombe in eine Maschine mit Ziel USA hineinschmuggeln könnten. Die geplanten Massnahmen stünden nicht im Zusammenhang mit der Situation im Irak oder dem US-Unabhängigkeitstag am (morgigen) 4. Juli, sagten Sicherheitsbeamte weiter.

Das US-Aussenministerium wies Mitarbeiter in der US-Botschaft in Algerien unterdessen an, US-betriebene Hotels am 4. Juli und 5. Juli, dem algerischen Tag der Unabhängigkeit, zu meiden. Der Grund seien mögliche Anschlagspläne «nicht identifizierter Terrorgruppen» in der Hauptstadt Algier.

AP/AFP/sda/ajk

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